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Trotz bemerkenswerter Moral holte Turbine auch in Essen keine Punkte

Turbine Potsdam musste auch nach dem zweiten Auswärtsspiel dieser Saison mit leeren Händen nach Hause fahren. Am gestrigen Samstag besiegte die SGS Essen unsere Turbinen mit 3:2 (1:1), womit sie in der Liga auf Platz drei vorrutschten. Potsdam verbleibt unverändert auf dem fünften Rang.

Matthias Rudolph entschied sich nach der Partie gegen Frankfurt für eine etwas andere Startelf. Zwischen den Pfosten startete Vanessa Fischer für die verletzte Lisa Schmitz. Im Mittelfeld bekam Gina Chmielinski die Chance von Anfang an. Die Woche zuvor spielte Rieke Dieckmann noch auf der Sechs. In der Außenverteidigerposition begann wie gewohnt Bianca Schmidt, an Stelle von Anna Gasper und die genesene Lena Petermann ersetzte Lara Prasnikar im Sturm. Leider fanden die Turbinen mit dieser Anfangsformation in der erste Viertelstunde nicht ins Spiel. „Wir sind einfach nicht gut ins Spiel gekommen“, erklärte Matthias Rudolph und auch Co-Trainer Dirk Heinrichs bemerkte die Hektik, mit der die Turbinen ins Spiel starteten und dass im Passpiel keine anhaltenden Ballbesitzpassagen zu sehen waren. So fiel der erste Treffer der Gastgeberinnen nach elf Minuten. Johanna Elsig musste aus der Viererkette rausrücken, um einen Ball zu klären. Der zweite Ball wurde jedoch von Essen gewonnen, in die Tiefe gespielt und dort startete Rahel Kiwic ins Laufduell mit Lea Schüller, die schneller war und den Ball aus spitzem Winkel im langen rechten Eck versenkte. „Es ist klar, dass Essens stärkste Spielerinnen im Sturm spielen. Wir haben im Vorhinein noch einmal extra darauf hingewiesen, dass wir gefährliche Bälle in die Spitze unterbinden müssen“, erklärte Heinrichs, „jedoch haben wir das nicht richtig geschafft, sodass Essen immer wieder mit langen Bällen gefährlich wurde.“ So auch ein zweites Mal, als Schüller sich auf der rechten Seite im Laufduell gegen Elsig durchsetzen konnte. Jojo schaffte es allerdings, im letzten Moment durch ein Takling zu klären. Im Gegenzug machte Potsdam wieder durch starke Dribblings von Svenja Huth auf sich aufmerksam, allerdings scheiterte Sveni im Eins-gegen-eins an Torhüterin Sindermann. Den Abpraller flankte Huth vor das Essener Tor, wo Lena Petermann aus dem Abseits heraus die Sicht von Verteidigerin Marina Hegering behinderte, die ins eigene Tor köpfte. Schiedsrichterin Sina Diekmann gab das Tor nicht und entschied auf Abseits. Dies entmutigte unsere Kapitänin jedoch nicht und Potsdam wurde ab Mitte der zweiten Halbzeit spielbestimmender. Kurz nach dem Abseitstreffer wurde Huth von Sarah Zadrazil in die Tiefe geschickt, sie lief mit hohem Tempo über rechts in den Essener 16er ein und schob die Pille aus spitzem Winkel durch die Beine von Sindermann zum 1:1 ein. Beide Teams zeigten attraktiven Offensivfußball, was für die 1187 Zuschauer sehr unterhaltsam war, jedoch profitierten beide Mannschaften immer wieder von individuellen Fehlern der gegnerischen Abwehrreihe. „In der Halbzeit haben wir den Mädels gesagt, dass sie nun konzentriert weiter spielen müssen, dann werden die Chancen um in Führung zu gehen kommen“, berichtete Heinrichs. „In der Defensive und im Mittelfeld haben wir für mehr Ruhe und eine bessere Ordnung appelliert.“

Jedoch kam es ganz anders als besprochen. Drei Minuten nach Wiederanpfiff kam Lea Schüller 20 Meter vor dem Tor, völlig frei, zum Abschluss und versenkte ihren Schuss per Aufsätzer im rechten unteren Ecke des Potsdamer Kastens. Neun Minuten später traf Felicitas Rauch mit einem sehenswerten Freistoß zum 2:2 Ausgleich und holte ihr Team damit wieder ins Spiel zurück, allerdings nahmen die Spielerinnen auf dem Platz diese Chance nicht richtig an und fanden erneut nicht zu Sicherheit und Souveränität. Die individuellen Fehler verschwanden nicht und Chancen von Petermann und Huth wurden vereitelt. In der 72. Minute wurde ein Essener Befreiuungsschlag zur Torvorlage für Linda Dallmann, die auf gut Glück in den Raum hinter Abwehrspielerin Elsig, die sich per Kopf verschätzte, startete und im Eins-gegen-eins auf Vanessa Fischer zulief. Dallmann ließ Fischer keine Chance und versenkte den Siegtreffer. „Wir müssen daran arbeiten in der Defensive noch stabiler zu werden“, lautete das Trainerfazit von Matthias Rudolph. Dieser löste in der Schlussphase hinten auf und brachte mit Prasnikar und Kössler zwei weitere Offensivkräfte ins Spiel, um wenigstens noch einen Punkt mit nach Hause zu nehmen, jedoch ohne Erfolg. „Wir haben immer wieder eine tolle Moral bewiesen und alles reingehauen, das muss man den Mädels zugute halten“, so Rudolph. Nichtsdestotrotz tut diese Niederlage weh und auf die Turbinen wartet mit dem FC Bayern München am kommenden Sonntag bereits der nächste Bundesligakracher, gegen den sie sich beweisen müssen.

1. FFC Turbine Potsdam: Fischer – Rauch, Elsig, Kiwic (79. Prasnikar), Schmidt – Schwalm (66. Gasper), Zadrazil, Chmielinski, Meister (79. Kössler) – Petermann, Huth
SGS Essen: Sindermann – Klasen, Hegering, Brüggemann (46. Oberdorf), Loannidou – Feldkamp, Wu, Dallmann, Wilde (90+1. Hochstein) – Schüller, Knaak (66. Freutel)