1. Mannschaft: Trotz Rückkehr von Tabea Kemme – Turbine Potsdam büßt die Spitze ein

MAZ Sportbuzzer / Ch. Brandhorst – Der Zweikampf an der Spitze der Frauenfußball-Bundesliga spitzt sich zu. Die ersatzgeschwächten Kickerinnen aus Potsdam kamen am Sonntag-Nachmittag bei der SGS Essen nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Der VfL Wolfsburg nutzte den Ausrutscher und zog vorbei. Punktgleich, mit gleicher Tordifferenz, aber einem erzielten Treffer weniger muss Turbine den Platz an der Sonne also vorerst räumen.

„Wir sind enttäuscht“, gibt Potsdams Trainer Matthias Rudolph unumwunden zu. „Eigentlich haben wir zwei Punkte verloren, weil wir viele gute Chancen ausgelassen haben.“ Rudolph musste im Ruhrgebiet auf mehrere Stammkräfte verzichten. Inka Wesely und Eseosa Aigbogun waren nicht rechtzeitig fit geworden, während Elise Kellond-Knight und Felicitas Rauch, die wegen muskulärer Probleme sogar ihre Nationalmannschaftsreise absagen musste, kurzfristig ausfielen.

Ohne sie hatten die Gäste vor 1384 Zuschauern Probleme, ins Spiel zu finden. „Da hatte Essen die größeren Chancen und hätte sogar in Führung gehen können“, so Rudolph. Danach habe sein Team das Kommando übernommen. Turbine ging verdient in Führung, als der Ball nach einem Freistoß zu Johanna Elsig kam und die Verteidigerin einnetzte (26.). „Bis zur Pause hätten wir nachlegen müssen“, ärgert sich der Turbine-Trainer.

Zweikampf Linda Dallmann (SGS Essen) (10) und Lena Ostermeier (SGS Essen) (18) stoppen Svenja Huth (Turbine Potsdam) (9),

Nach dem Wechsel wurde Laura Lindner gerade an der Seite behandelt, als Charline Hartmann die Potsdamer Unterzahl zum Ausgleich nutzte (52.). „Der Treffer fiel aus dem Nichts“, sagt Matthias Rudolph. „Danach war es ein offener Schlagabtausch.“ Einer, in dem die Frauen aus der Brandenburger Landeshauptstadt noch die dickeren Chancen auf den Siegtreffer hatten. Sarah Zadrazil schoss das Leder aus Nahdistanz nur an den Querbalken (68.) und kurz vor dem Ende war nach einem Eckball wieder Johanna Elsig zur Stelle, doch eine Essenerin klärte auf der Torlinie (88.). „Wir haben bis zum Abpfiff leidenschaftlich gekämpft, da kann ich der Mannschaft wenig vorwerfen“, so Rudolph. „Und nach einem Punkt in Essen brauchen wir den Kopf auch nicht in den Sand stecken.“

Zumal das gut halbstündige Comeback von Tabea Kemme nach überstandener Knieverletzung ein Lichtblick ist. „Das war wichtig für sie“, sagt der Coach. Der Kurzeinsatz sei so abgesprochen gewesen, fügt die Rückkehrerin selbst hinzu. „Um mich Schritt für Schritt wieder der Belastung zu stellen“, so Kemme. „Es tut weh, wenn man kurz vor Schluss die zwei Punkte liegen lässt. An der Chancenverwertung müssen wir arbeiten.“ Auch in der Länderspielpause. Rudolph: „Wir trainieren ganz normal weiter.“

Turbine Potsdam: Schmitz – Kulis, Elsig, Draws, Schmidt – Cramer, Wälti, Zadrazil, Prasnikar (62. Kemme) – Lindner (75. Gasper), Huth.