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Turbine unterliegt dem Ligaprimus aus Wolfsburg mit 0:3

Bestes Fußballwetter lockte am vergangenen Samstag 2032 Fans, die sich das Topspiel in der Flyeralarm Frauen-Bundesliga gegen den amtierenden Deutschen Meister und DFB-Pokal Sieger VfL Wolfsburg nicht entgehen lassen wollten, ins heimische Karl-Liebknecht-Stadion.

Der erste Angriff gehörte gleich den Gästen aus Wolfsburg. Lena Goeßling bediente Offensivkraft Gunnarsdottir, die sich gut 20 Meter vor dem Tor ohne Bedrängnis aufdrehen konnte und das Leder per Flachschuss im langen Eck zur 0:1 Führung platzierte (3.). Nur zwei Minuten später chippte Alexandra Popp den Ball über die hoch aufgerückte Potsdamer Defensive, wo die torgefährliche Ewa Pajor vor unserer herausgeaufenen Torfrau Vanessa Fischer ans Leder kam und diesen geschickt mit der Spitze Richtung Tor hob. Dort prallte der Ball von der Latte ab und Johanna Elsig rettete Pernille Harders Nachschuss gerade noch auf der Linie. Nach der glücklichen Anfangsphase kamen unsere Potsdamerinnen ihrem Ziel, die individuelle Klasse der Wolfsburgerinnen etwas aus dem Spiel zu nehmen näher, denn sie agierten geordneter, taktisch diszipiniert und robust in den Zweikämpfen. Allerdings bekam der Spitzenreiter der Liga in der 36. Minute durch einen zugesprochenen Handelfmeter noch einmal die Chance ihre Führung auszubauen. Luca Graf berührte zuvor im Zweikampf mit Pernille Harder den Ball unglüklich mit dem Arm, sodass die dänische Goalgetterin vom Punkt gegen Vanessa Fischer antrat. Harder setzte den Strafschuss jedoch zu ungenau links am Tor vorbei, sodass Turbine weiterhin im Spiel blieb. Unsere hart kämpfenden Potsdamerinnen erspielten sich in der 43. Minute ihre beste Chancen, als Anna Gasper eine butterweiche Flanke von rechts sechs Meter vor das Wolfsburger Gehäuse flankte, wo Lara Prasnikar ihren Abschluss mit dem Kopf nur knapp über’s Tor setzte. „Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen“, sagte unsere bisherige Toptorschützin. „Wenn wir in so einem Spiel punkten wollen, müssen wir auch ein Tor schießen, das hat heute leider nicht geklappt.“ So ging es mit einem knappen Rückstand glücklich in die Halbzeitpause.

„Wir haben mit unserer jungen Truppe gegen eine der besten Mannschaften, die es in Europa gibt, ein super Spiel gemacht“, lautete das Fazit von Cheftrainer Matthias Rudolph, obwohl im zweiten Durchgang noch zwei weitere Gegentore dazukommen sollten, da Turbine auch etwas mutiger agierte. „Sobald wir ein bisschen offener waren, hat Wolfsburg mit seiner individuellen Klasse eiskalt gekontert“, erklärte Kapitänin Sarah Zadrazil. Nach knapp einer gespielten Stunde häuften sich die Chancen der Gäste durch Pajor, die einige Male zu ungenau abschloss und auch Ex-Turbine Feli Rauch verfehlte das Tor von Fischer nur um Haaresbreite. In der 76. Minute schraubte die Polin dann doch das Ergebnis nach oben, als sie sich über links in den Strafraum durchsetzte und aus spitzem Winkel platziert verwandelte. Bis dahin tauchten die Turbinen über gezielte Konter einige Male in der gegnerischen Hälte aus und die beste Möglichkeit vergab Rahel Kiwic, die nach einer Ecke den Ball über das Tor schoss. Kurz nach Wolfsburgs zweitem Treffer wurde Anna Gasper erst von Lena Goeßling gehalten und dann von VfL-Torhüterin Lindahl im Strafraum gefoult. Schiedsrichterin Kunkel gab fölschlicher Weise „nur“ Freistoß, den Lara Prasnikar gefährlich aufs Tor brachte. Lindahl lenkte den Torschuss mit den Fingerspitzen an den Pfosten und hielt Chmielinskis Nachschuss auf der Linie fest. In der 90. Spielminute setzte der VfL Wolfsburg erneut durch die Isländerin Gunnarsdottir den 0:3 Schlusspunkt. „Im Endeffekt ist es natürlich ein verdienter Sieg für Wolfsburg. Aber meine Mannschaft hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerade in der Defensive ein tolles Spiel gemacht“, resümierte Matthias Rudolph und unsere zentrale Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil ergänzte: „Wir können viele Schlüsse aus diesem Spiel ziehen. Wenn wir so weitermachen, geht es in eine gute Richtung.“

1. FFC Turbine Potsdam: Fischer – Gasper, Elsig, Kiwic, Mesjasz – Dieckmann (83. Höbinger), Zadrazil, Graf, Chmielinski (83. Weidauer), Ehegötz – Prasnikar (90. L. Schmidt)
VfL Wolfsburg: Lindahl – Wedemeyer, Goeßling, Bloodworth, Rauch – Engen, Popp (69. Jakabfi), Gunnarsdottir, Harder (83. Neto) – Maritz (75. Blässe), Pajor

Fotos: Saskia Nafe