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News | 30.10.2011 | 00:19 Uhr | 1. Mannschaft |

„Geheimnisse werden nicht verraten“

Turbine-Torhüterin Ann-Katrin Berger im Interview

Von Nadine Bieneck

„Geheimnisse werden nicht verraten“
Ann-Katrin Berger.
Foto: Verein
Wenn sich am heutigen Nachmittag um 13:30 Uhr der 1. FFC Turbine Potsdam und der VfL Sindelfingen zum DFB-Pokal-Achtelfinale gegenüber stehen, ist dies für eine Potsdamerin ein ganz besonderes Spiel. Denn Turbine-Torhüterin Ann-Katrin Berger trug bis zum Sommer noch das Trikot des heutigen Gegners VfL Sindelfingen.

Nach drei Jahren wechselte "Kaba" im Sommer dieses Jahres aus Sindelfingen zum Deutschen Meister nach Potsdam. Für sie ist die heutige Pokalbegegnung somit eine außergewöhnliche Begegnung, wie sie uns in unserem Spieltags-Interview auch bestätigte.

Ann-Katrin, mit dem VfL Sindelfingen empfängt Turbine heute Deinen ehemaligen Verein zum Pokal-Achtelfinale. Mit welchen Gefühlen siehst Du diesem Spiel entgegen?
Für mich ist das natürlich ein ganz besonderes Spiel, immerhin habe ich drei Jahre für den VfL gespielt und habe in der Mannschaft noch viele Freunde. Mit Zwölf, 13 von ihnen habe ich in den letzten Jahren zusammen gespielt, da sind Freundschaften entstanden. Ich freue mich riesig auf das Spiel, es ist immer ein schönes Gefühl, gegen die alte Mannschaft anzutreten. Auf jeden Fall ist es toll, viele altbekannte Gesichter wieder zu sehen.

Pflegst Du denn noch Kontakte zu Deinem ehemaligen Verein?
Ja, ich habe noch mit vielen Leuten in Sindelfingen Kontakt. Vor allem mit Marina Schwägler tausche ich mich regelmäßig aus. Aber auch zu meinem ehemaligen Torwarttrainer Andreas Bellon halte ich viel Kontakt. Wir telefonieren nach jedem Spiel, er ruft an und fragt, was ich für Fehler gemacht habe, aber auch wo ich mich verbessert habe. Er verfolgt weiterhin ganz genau meinen Werdegang, hält mich aber auch über die Spiele vom VfL auf dem Laufenden. Er kam damals zum gleichen Zeitpunkt wie ich nach Sindelfingen, wir haben die vergangenen drei Jahre gut zusammengearbeitet. Es ist daher schön, dass wir nach wie vor so intensiven Kontakt pflegen.

Gab es denn in den letzten Tagen vor dem Pokal-Duell mehr Anrufe aus Sindelfingen oder eher weniger?
Es gab viel mehr Anrufe als sonst. Etliche Spielerinnen haben angefragt und wollten von mir Informationen über die Gegenspielerinnen auf ihrer Position wissen oder ob die entsprechende Spielerin schnell ist und solche Dinge. Ich habe ihnen geantwortet, dass bei uns alle Spielerinnen schnell sind, ansonsten habe ich natürlich keine Geheimnisse über unsere Aufstellung oder Taktik verraten. Ich denke, es ist auch so bekannt, das Potsdam auf jeder Position stark besetzt ist und wir eine starke Mannschaft haben.

Das Gästeteam reiste ja bereits am Samstag an. Gab es da bereits vor dem Spiel noch das ein oder andere Wiedersehen?
Ja, ich habe den Samstagnachmittag dazu genutzt, mich mit einigen Freundinnen vom VfL zu treffen, und mit ihnen einen Kaffee bzw. einen Kaba (lacht) zu trinken. Die Gelegenheit, sich zu sehen und auszutauschen, gibt es ja nicht so oft.

Sindelfingen steht im Moment in der 2. Bundesliga/Süd auf dem zweiten Tabellenrang, spielt also oben mit. Wie schätzt Du die Mannschaft in dieser Saison ein, was sind Deiner Meinung nach ihre Stärken?
Was ich an dieser Mannschaft so geliebt habe, als ich dort noch gespielt habe, war der unbändige Ehrgeiz, den das gesamte Team hat. Vor allem in solchen Spielen wie heute gegen stärkere Mannschaften hängen sich alle noch mehr rein, geben noch mehr als 100%. Die Duelle mit größeren Mannschaften motivieren das Team zusätzlich. Das habe ich damals 2009 im Pokal-Viertelfinale zwischen Sindelfingen und Potsdam auch selbst gemerkt, als Turbine grad so mit 1:0 gewinnen konnte. Der VfL hat in dieser Saison kaum externe Neuzugänge, dafür aber zahlreiche junge Spielerinnen von der eigenen U17-Mannschaft dazubekommen. Für das Team geht es in dieser Saison eigentlich vor allem darum, sich miteinander einzuspielen und zusammenzufinden, trotzdem aber in der oberen Tabellenhälfte mitzuspielen. Dass es bislang in der Liga so gut läuft, überrascht den ein oder anderen im Verein durchaus.

Mit Turbine läuft es ja ebenfalls gut. Du bist inzwischen einige Monate hier. Fühlst Du Dich inzwischen bereits heimisch?
Der Wechsel von Sindelfingen nach Potsdam, vor allem weit weg von zu Hause, war für mich schon recht schwer. Inzwischen habe ich mich aber gut arrangiert und ja, ich fühle mich auch in Potsdam wohl und zuhause. Anfangs war nicht nur die große Entfernung von der Heimat nicht so leicht für mich, sondern vor allem auch das intensive Training. Ich hatte ja vorher schon einiges gehört und mich darauf eingestellt, dass es hart wird. Aber dass es so hart wird, hatte ich nicht erwartet. Ich bin in der Vorbereitungszeit jeden Abend einfach nur wie tot ins Bett gefallen. Inzwischen habe ich mich, bzw. hat sich auch mein Körper, an das Pensum und die Intensivität gewöhnt und ich komme gut zurecht. Auch abseits des Sports und des Trainings fühle ich mich wohl hier und habe mich gut eingelebt.

Abseits des Sports bedeutet seit neuestem auch für Dich, studieren zu gehen...
Ja, ich habe Anfang Oktober ein Studium an der ESAB aufgenommen, die sich gleich neben unserem Trainingsgelände befindet. Das Studium im Sport- und Präventationsbereich macht mir bislang viel Spaß, vor allem ist es eine gute Abwechslung zum Training, das habe ich gebraucht und das tut mir auch gut.

Die letzten Spiele hast Du von der Bank aus verfolgt. Wie schätzt Du diese Situation ein?
Natürlich sitzt niemand gern auf der Bank und schaut sich die Spiele von draußen an. Das geht mir nicht anders. Auf der anderen Seite war es auch mal ganz gut, draußen zu sitzen, denn ich habe dadurch gemerkt, dass es nicht selbstverständlich ist, gesetzt zu sein. Es hat mich daran erinnert, dass ich mich immer wieder neu beweisen und empfehlen muss und nicht auf dem ausruhen kann, was ich bislang erreicht habe. Ich weiß, dass ich ein Typ bin, der von Zeit zu Zeit sozusagen einen Arschtritt braucht. Ich hänge mich in jedes Training rein und will mich auch selbst weiter verbessern. Nun hoffe ich natürlich, dass ich im Pokalspiel gegen meinen alten Verein im Tor stehe, gerade weil dieses Spiel wie schon erklärt für mich eben ein ganz besonderes ist.

Wir danken Dir für das Gespräch!


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