Die "Turbinen" testeten im Sangerhausener "Friesenstadion" gegen den FF USV Jena.
Foto: Nadine Bieneck
Mit einem 2:2-Unentschieden trennten sich am heutigen Abend der 1. FFC Turbine Potsdam und Bundesliga-Kontrahent FF USV Jena im Sangerhausener "Friesenstadion".
1100 Zuschauer waren ins Heimstadion des VfB Sangerhausen geströmt, um die beiden Bundesligisten anderthalb Wochen vor dem Liga-Auftakt live in Aktion zu erleben. Initiiert hatte das Testspiel Michael Lehne (Edeka neukauf), der mit dem 1. FFC Turbine Potsdam seit mehreren Jahren durch Sponsoringaktivitäten verbunden ist. "Ich freue mich sehr, dass wir Turbine Potsdam ebenso wie den FF USV Jena heute in Sangerhausen zu Gast begrüßen können und hoffe auf ein tolles Spiel sowohl für die Zuschauer als auch die beiden Mannschaften", erklärte Lehne, selbst begeisterter Frauenfußballfan.
Nach stärkeren Anfangsminuten der Potsdamerinnen kämpften sich die von USV-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg gut eingestellten Thüringerinnen ins Spiel, welches sich fortan zu einem munteren Hin- und Her ohne deutlich zwingendere Spielanteile eines Teams entwickelte. So hatten die "Turbinen" gar Glück, als sie mit vereinten Kräften in der neunten Spielminute den Ball noch einer Jenaer Hereingabe über rechts noch von der Torlinie kratzen konnten. Auf der anderen Seiten hatte das Team von Trainer Bernd Schröder jedoch auch Möglichkeiten, den Führungstreffer zu erzielen. Doch Viola Odebrecht und Bianca Schmidt verpassten jeweils per Kopf (22.). Kurz darauf verpasste Jennifer Zietz eine Hereingabe von Patricia Hanebeck über links wenige Meter vor dem USV-Gehäuse haarscharf (27.), ebenso Yuki Nagasato einen Querpass von Bianca Schmidt (29.). Eine weitere Möglichkeit vergab Viola Odebrecht noch vor dem Pausenpfiff, als sie den Ball aus zweiter Reihe knapp über das Gehäuse lupfte (37.).
Nach dem Seitenwechsel und einer deftigen Kabinenansprache von Trainer Bernd Schröder starteten die Potsdamerinnen schwungvoller in die zweite Spielhälfte. Die eingewechselte Isabel Kerschowski verpasste die Führung per Kopf kurz nach dem Wiederanpfiff zentral aus zehn Metern nur knapp (49.). Kurz darauf war es dann endlich soweit: Die eingewechselte Jennifer Cramer legte einen Diagonalpass auf links quer zentral in den Strafraum, wo Weltmeisterin Yuki Nagasato wenige Meter vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten brauchte und zum 1:0 einnetzte (52.). Nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff zappelte der Ball plötzlich bereits erneut im Netz. Genoveva Anonma mit einer frechen Einzelaktion - ein Lupfer über die weit vor dem Tor stehende gegnerische Keeperin Clara Muhle aus gut und gern 30 Metern - erzielte das 2:0 (53.). Wer nun meinte, mit der beruhigenden Führung im Rücken würden die "Turbinen" souveräner aufspielen, sah sich alsbald getäuscht. Zwar erarbeiteten sie sich aussichtsreiche Möglichkeiten, so verpasste Nagasato nach Vorlage von Isabel Kerschowski das Gehäuse knapp neben den rechten Pfosten (55.), auch die eingewechselte Chantal de Ridder köpfte knapp neben das gegnerische Tor (66.), schluderten jedoch auch im Abwehrverhalten. So gelang es der Ex-Potsdamerin Carolin Schiewe, mit einem direkt verwandelten Freistoß den 1:2-Anschlusstreffer zu erzielen (69.). Zwar baute de Ridder den Vorsprung einige Minuten später wieder aus (76.), doch die Schiedsrichterin entschied auf Abseitsstellung der Holländerin. So kamen die nicht aufsteckenden Jenenserinnen schließlich kurz vor Spielende gar noch zum Ausgleich, als Stefanie Milde aus ca. 15 Metern das Leder zum 2:2 einschob, während die "Turbinen" verdutzt zuschauten.
Mit dem Ergebnis gar nicht zufrieden war erwartungsgemäß Turbine-Coach Bernd Schröder: "Wir haben in der zweiten Halbzeit gut begonnen, machen dann schnell zwei Tore und fangen uns dann zwei unnötige Gegentore", haderte er mit der Leistung seiner Mannschaft.
Auf ihre Kosten kamen dennoch auch nach dem Abpfiff noch einmal die Zuschauer. Dicht umringt von hunderten Fans schrieben die Spielerinnen beider Mannschaften emsig Autogramme und erfüllten Fotowünsche, ehe die Mannschaftsbusse sich auf den Weg ins "Rosarium" machten. Das Gelände des "Rosariums Sangerhausen" beherbergt mit 8300 verschiedenen Rosenarten und -sorten und insgesamt 60000 Rosensträuchern nicht nur die größte Rosensammlung der Welt, sondern zugleich auch das "Restaurant zur schwarzen Rose". Dorthin hatte Michael Lehne beide Teams zum gemeinsamen Abendessen und Ausklang des Abends eingeladen.
Während der FF USV Jena nun am kommenden Sonntag mit der Pokal-Partie der 2. Hauptrunde in die Saison startet, steht für das Schröder-Team am Samstag in Vetschau, Ortsteil Missen, um 16:30 Uhr gegen das Männerteam des TSV Missen der letzte Test vor dem Bundesligaauftakt an.
Turbine Potsdam spielte mit: Berger - Schmidt (72. Andonova), Peter, Kemme - Zietz, Odebrecht, Hanebeck, Göransson (46. Cramer) - Anonma, Mittag (46. I. Kerschowski), Nagasato (64. de Ridder)