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News | 17.07.2011 | 17:45 Uhr | 1. Mannschaft |

Yuki Nagasato - angekommen...


Von Nadine Bieneck

Yuki Nagasato - angekommen...
Yuki Nagasato - in Potsdam und in jeder Hinsicht angekommen.
Foto: Nadine Bieneck
Wenn Turbine Potsdams Stürmerin Yuki Nagasato am heutigen Abend kurz vor 20:45 Uhr das Stadioninnere der Frankfurter WM-Arena betritt, geht für die japanische Nationalspielerin, die am vergangenen Freitag ihren 24. Geburtstag feierte, nicht nur ihr vermutlich größter Traum in Erfüllung. Vielmehr kann die lebensfrohe Offensivspielerin mit dem Einzug ins WM-Finale gegen die USA (live ab 20:45 Uhr/ARD) auch einen weiteren Haken auf ihrer lange und zielstrebig verfolgten Lebensplanung machen.

Potsdam ist meine neue Heimat.Yuki Nagasato

Denn beinahe generalstabsmäßig und vor allem langfristig sind die Japanerin ebenso wie der japanische Fußballverband JFA die jetzt bei der WM 2011 umgesetzte Erfolgsgeschichte im Voraus angegangen. So schauten die Verantwortlichen des JFA, allen voran die damals dort an der Spitze agierende Akemi Noda, über den Tellerrand hinaus und suchten nach Möglichkeiten für ihre technisch versierten Nationalspielerinnen, international in den besten Ligen der Welt Erfahrungen zu sammeln. Für Yuki Nagasato stand 2009 schnell fest – „ich will in die deutsche Bundesliga“. Warum sie in Deutschland spielen wollte? Yuki Nagasato schüttelt bei dieser Frage regelmäßig verwundert den Kopf: „Für mich ist die Bundesliga die beste und stärkste Liga der Welt. Ich möchte mit und gegen die besten Spielerinnen der Welt spielen, um selbst noch viel besser zu werden“, lautet dementsprechend ihre Antwort.

Mit Turbines Cheftrainer Bernd Schröder war sich die anfangs noch so schüchterne Japanerin bereits bei ihrem ersten Besuch in Deutschland schnell einig. Das Gespräch zwischen den beiden dauerte nicht lange, und regelrecht ungläubig schaute Yuki Nagasato den langjährigen Turbine-Coach damals schließlich an, als dieser direkt ein 2,5-Jahres-Angebot unterbreitete. „Turbine Potsdam ist für mich der beste Verein in Deutschland. Eines Tages mit Spielerinnen wie Anja Mittag gemeinsam zu spielen, das hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können“, flüsterte sie nach dem Gespräch fast ehrfürchtig. Ebenso kurios damals übrigens ihre Frage an Trainer Bernd Schröder, wie er denn ihre Chancen sehe, in dieser Mannschaft auch eines Tages Spielpraxis sammeln zu können. Bernd Schröder („Mit Yuki bekommen wir ein echtes Juwel.“) lächelte und beruhigte die damals 22-Jährige.

Knapp anderthalb Jahre später stellt sich Yuki Nagasato diese Fragen nicht mehr. Sie ist angekommen in Deutschland, in Potsdam, wo die Frohnatur „eine neue Heimat gefunden“ hat. Für den Turbine-Coach hat sich Nagasato, die sich unglaublich schnell ins Turbine-Team integrierte, in den vergangenen Monaten gar zur „besten Spielerin in unserer Mannschaft entwickelt“. Nagasato gehört zu den trainingsfleißigsten, ist in ihrem Ehrgeiz manchmal kaum zu bremsen. Darüber hinaus besucht die 24-Jährige drei Mal in der Woche emsig einen Deutsch-Intensivkurs und kann sich mittlerweile, wenn die Aufregung – so wie nach dem siegreichen Halbfinale - nicht überbordend groß ist, problemlos auf Deutsch verständigen.

„Wir hatten noch nie eine internationale Spielerin, die sich so problemlos bei uns integriert hat“, findet Schröder für seine Angreiferin auch neben dem Platz lobende Worte, „sie ist ein absolutes Musterbeispiel“. Und das, obwohl zwischen Yuki Nagasatos eigentlicher Heimat Japan und ihrem neuen Zuhause Potsdam fast 9000 Kilometer Entfernung liegen. „Ich habe kein Heimweh“, beteuert die unternehmungslustige Japanerin immer wieder. „Ich halte mit meiner Familie über das Internet Kontakt, mit meiner Mutter emaile ich fast täglich. Auch mit meinen Freunden und Geschwistern rede per Internet regelmäßig.“ Zudem hat sich die 24-Jährige in Potsdam das ein oder andere neue Hobby erschlossen. Wenn sie in ihrer knapp bemessenen Freizeit nicht gerade Potsdam, Berlin oder die nähere Umgebung erkundet, „koche und backe ich sehr gern“, verrät sie. „Vor allem das Backen liebe ich. In Japan gibt es all die verschiedenen Kuchen gar nicht, dort ist das Kuchenessen gar nicht verbreitet.“

Angekommen ist Yuki Nagasato auch sportlich. Ein knappes halbes Jahr nach ihrem Wechsel zum amtierenden Deutschen Meister Turbine Potsdam gelang ihr mit der Mannschaft die erfolgreiche Titelverteidigung, kurz darauf gelang den „Turbinen“ der historische Champions-League-Sieg durchs Elfmeterschießen im spanischen Getafe. Yuki Nagasato gehörte zu den erfolgreichen Schützinnen, nach außen hin scheinbar völlig gelassen verwandelte sie ihren Schuss von der 11-Meter-Marke mühelos um anschließend ebenso gelassen zurück zu ihren am Mittelkreis kauernden Kolleginnen zu joggen. In der Saison 2010/11 mauserte sich Nagasato mehr und mehr zur Stammspielerin. Unzufrieden, vor allem mit sich selbst, ist sie vor allem über vorzeitige Auswechslungen. „Ich muss noch besser trainieren und noch besser werden“, erklärte sie stets nach Spielen, die sie nicht über die komplette Distanz spielte. Vor allem im letzten Saisondrittel mauserte sich Yuki – was übersetzt „Schnee“ bedeutet – vor allem zu der „Frau für die wichtigen Tore“; unvergessen dabei sind unter anderem sicher ihre Treffer im DFB-Pokal-Finale und im Champions-League-Halbfinal-Rückspiel. Umso schmerzlich vermisst wurde die Stürmerin im Champions League Finale, welches sie aufgrund einer Knieverletzung mehr als betrübt nur als Zuschauerin von außen verfolgen konnte.

„Unsere Spielerinnen sammeln im Ausland sehr wichtige Erfahrungen, die für die gesamte Mannschaft sehr wertvoll sind“, erklärte Japans Nationaltrainer Nori Sasaki bei einem seiner Besuche in Potsdam. „Yuki ist für unser Team eine sehr wichtige Spielerin und wir sind sehr froh, dass sie in Potsdam bei einem der besten Vereine der Welt trainiert und spielt, davon profitiert auch unsere Nationalmannschaft in ihrer Entwicklung.“ Wie sehr nicht nur Nationalcoach Nori Sasaki sondern der gesamte Fußballverband Japans den 1. FFC Turbine Potsdam schätzt, zeigte sich erst wieder in der vergangenen Woche. So besuchte eine 25-köpfige Delegation des JFA, bestehend aus Vereins- und Nationaltrainern der verschiedensten Altersstufen, den Verein in Potsdam. „Wir sind sehr interessiert daran, wie bei Turbine Potsdam gearbeitet wird, vor allem was den Nachwuchs- und Leistungsbereich betrifft. Wir möchten gern dazulernen und uns etwas für den Frauenfußball in Japan abschauen“, erklärte Yasuhiko Kimura, zuständig für den Frauenfußball bei der JFA, die Beweggründe für den Besuch.

Und an diesem Punkt schließt sich der Kreis für Yuki Nagasato und auch den JFA am heutigen Abend. Direkt im Anschluss an das Champions League Finale 2010 reiste Yuki Nagasato zu ihrem Nationalteam nach China, um sich beim Asien-Cup für die WM 2011 zu qualifizieren. Unerwartet groß war ihre Freude direkt im Anschluss an die Auslosung der WM-Gruppen. „Wir könnten im Viertelfinale auf Deutschland treffen“, sagte sie damals vor einigen Monaten. Ob sie nicht Angst habe, gegen den zweifachen Weltmeister und Titelverteidiger dann aus dem Turnier zu fliegen? „Nein, gar nicht. Wir können jeden schlagen“, antwortete sie damals absolut überzeugt, „nur wenn du dich mit den besten messen kannst, kannst du noch besser werden“.

Neben ihrem unerschöpflichen Ehrgeiz, den auch ihre Turbine-Kolleginnen in jeder einzelnen Trainingseinheit am eigenen Leib erfahren, treibt Nagasato beim WM-Turnier auch die „Mission Hoffnung schenken“ an. Die Bilder von der schrecklichen Naturkatastrophe im März lassen die Japanerin nicht unberührt. „Ich habe den Menschen in meiner Heimat den Deutschen Meistertitel gewidmet. Sie sollen wieder Positives sehen, das soll ihnen Kraft geben, die schwere Zeit zu bewältigen“, berichtet sie. „Ich weiß, dass es nur eine ganz kleine Sache ist, aber wir wollen mit der Nationalmannschaft vor allem für diese Menschen gewinnen und ihnen Kraft und Hoffnung schenken. Das ist unser Antrieb.“ Die Stimmung im Team der „Nadeshiko“ ist dieser Tage prächtig. „Wir wollen unbedingt Weltmeister werden“, verdeutlicht Yuki Nagasato wenige Stunden vor Anpfiff des Finales noch einmal ganz klar ihr Ziel. „Wir versuchen jedes Spiel zu gewinnen. Und wir werden es schaffen. Ich glaube fest daran, ich weiß es.“ Betrachtet man den bisherigen WM-Verlauf des japanischen Teams, ist dieser Mannschaft tatsächlich alles zuzutrauen. Und Yuki Nagasato und ihre Kolleginnen können sicher sein, dass ihnen heute Abend nicht nur die Menschen in ganz Japan, sondern auch die Menschen in ihrer neuen Heimat vor allem ihrem Potsdamer Publikumsliebling für einen erfolgreichen WM-Abschluss mehr als nur die Daumen drücken!

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