Mit einem klaren und verdienten 5:0 (2:0)-Sieg im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung kehrten das Team des 1. FFC Turbine Potsdam am Samstag Abend aus Kirchmöser zurück. Zudem debütierten Neuzugang Daniela Löwenberg sowie Nachwuchstalent Jennifer Cramer in Turbines Bundesliga-Team.
Für die Phase der Vorbereitung bin ich sehr zufrieden. Wir haben teilweise sehr guten Fußball gesehen.Bernd Schröder, Trainer Turbine Potsdam
Die Gastgeber, das Kreisliga-Männerteam um Christoph Michel vom ESV Lok Kirchmöser, hatten sich alle Mühe gegeben und hatten vor Ort für beste Testspielbedingungen gesorgt. "Die Begegnung gegen die Meisterinnen und Champions League Siegerinnen ist hier seit Tagen Gesprächsthema Nummer Eins", berichtete Michel. Der rührige Chef-Organisator des Fußballnachmittags wollte es sich trotz allen Stresses nicht nehmen lassen, in der ersten Halbzeit das Tor der Gastgeber zu hüten.
Drei Gegentreffer musste er in den 45 Minuten hinnehmen, und konnte dennoch nach dem Abpfiff noch lächeln. "Das Ergebnis ist zweitrangig. Wichtig für uns war, den Zuschauern und allen Beteiligten ein tolles Erlebnis zu bieten", so der Keeper des ESV Kirchmöser. Dieses Ziel erreichten beide Teams, 850 zum Sportgelände geströmte Zuschauer spendeten gar Szenenapplaus bei besonders gelungenen Aktionen. Michels Pendant auf der Gegenseite, Anna Felicitas Sarholz, verlebte zunächst eine ruhige erste Halbzeit. Denn ihre Kolleginnen sorgten vom Anpfiff hinweg für viel Offensivwirbel. Eine schöne Hereingabe von Viola Odebrecht über rechts verwertete Anja Mittag per Kopf mustergültig zur 1:0-Führung (10.). Wenig später stellten Jennifer Zietz mit einem verwandelten Handelfmeter (20.) und Yuki Nagasato per Abstauber nach Hereingabe von Lira Bajramaj (24.) den 3:0-Pausenstand her. Die durchweg fair aufspielenden Gastgeber bemühten sich immer wieder, Akzente nach vorn zu setzen, blieben jedoch im Abschluss zu harmlos oder scheiterten bereits vorher an der gut agierenden Potsdamer Defensive, in der Turbine-Neuzugang Daniela Löwenberg auf der rechten Außenverteidigerposition die bei der U20-Nationalmannschaft im Einsatz befindliche Bianca Schmidt vertrat.
Nach der Pausenansprache des Trainers und dem Wiederanpfiff straffte sich Kirchmöser zunächst und arbeiteten sich nun öfter vor den Potsdamer Strafraum. Im Abschluss jedoch nach wie vor nicht zwingend genug brannte für die "Turbinen" jedoch nicht viel an, bei den vollendeten Torabschlüssen der Platzherren war Anna Sarholz auf dem Posten. Mit zunehmender Spieldauer offenbarten die Kick

Neuzugang Daniela Löwenberg bei ihrem Debüt im Turbine-Trikot.
Foto: Nadine Bieneck
er des ESV dann langsam konditionelle Probleme, wohingegen die Mannschaft von Trainer Bernd Schröder ihre Stärken ausspielte. Sie beherrschte das Spiel und spielte sich immer wieder mit schnellen Kombinationen vor das gegnerische Gehäuse. Zwei ansehnlich herausgespielte Tore - beide Male fungierte Lira Bajramaj über rechts als Flankengeberin, welche in Jennifer Cramer (70.) und Anja Mittag (74.) ihre Abnehmerinnen fanden - stellten schließlich den 5:0 Endstand her.
Turbine-Trainer Bernd Schröder war nach dem Abpfiff äußerst angetan von der Leistung seiner Schützling: "Die geschlossene Mannschaftsleistung war heute nicht zu erwarten. Wir haben das Spiel beherrscht und teilweise sehr guten Fußball gespielt. Für die Phase der Vorbereitung, in der wir uns nach der ersten Trainingswoche befinden, bin ich sehr zufrieden. Auch die eingewechselten Spielerinnen, darunter mit Kristin Demann und Jennifer Cramer zwei ganz junge Spielerinnen, haben sich nahtlos eingefügt. Hinten haben wir sicher gestanden und nach vorn viele gute Aktionen gesehen".
Selbstkritisch äußerte sich hingegen Daniela Löwenberg nach dem ersten Spiel in ihrem neuen Verein: "Im großen und ganzen war es ok, aber ich habe von mir selbst mehr erwartet", so die 22-Jährige.
Nachdem die zahlreichen Autogramm- und Fotoerwünsche der Zuschauer erfüllt waren, verfolgten die "Turbinen" anschließend vor einem eigens aufgebauten TV-Gerät gebannt das gleichzeitig laufenden Viertelfinale der U20-Weltmeisterschaft in Bochum an. Dort kämpfte die deutsche Auswahl zeitgleich gegen die Mannschaft Nordkoreas um den Einzug ins WM-Halbfinale.
Am Ende war es für alle Beteiligten ein unterhaltsamer, angenehmer und rundum hervorragend organisierter Fußballnachmittag. Der 1. FFC Turbine Potsdam bedankt sich auf diesem Wege noch einmal für die Gastfreundschaft des ESV Lok Kirchmöser. "Wir hatten vorher auf ein 5:1 für Turbine getippt", verriet Christoph Michel am Ende des Tages noch. Das sein Tipp nicht aufgegangen war, grämte ihn jedoch nicht, "das hat Spaß gemacht, wir sind gern jederzeit für eine Wiederholung bereit".