Mit einem deutlichen 4:1 (2:0)-Sieg gegen die Auswahl Frankreichs schloss die deutsche U20-Nationalmannschaft am gestrigen Vormittag die Vorrunde der Weltmeisterschaft im ausverkauften Augsburger Stadion als Gruppensieger ab. Im Viertelfinale steht den DFB-Juniorinnen - darunter sechs Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam - mit der Mannschaft Nordkoreas nun die nächste schwere Aufgabe bevor.
Vier Tore sprechen für sich.Maren Meinert, Trainerin der deutschen U20-Nationalmannschaft
Mit Torfrau Desirée Schumann und Bianca Schmidt, die nach Absitzen ihrer Rotsperre aus dem Auftaktspiel gegen Frankreich wieder in der deutschen Abwehr mitwirken durfte, standen zwei Potsdamerinnen in der deutschen Startelf. Vor 26.273 lautstarken Zuschauern brachten zunächst vor allem Standardsituationen für beide Mannschaften die nennenswertesten Möglichkeiten, den Führungstreffer zu erzielen. Die Großchance bot sich dem DFB-Team schließlich in der achten Spielminute, als Schiedsrichterin Ihringova nach einem Foulspiel von Audrey Fevrier an Svenja Huth (1. FFC Frankfurt) im Strafraum der Französinnen auf den Elfmeterpunkt zeigte. Spielführerin Marina Hegerin (FCR Duisburg) hämmerte das Leder jedoch gegen den linken Pfosten. Wenig später klingelte es dann aber doch im Kasten von Frankreichs Keeperin Philippe. Nach einem Eckball schob Alexandra Popp (FCR Duisburg) den Ball im Nachschuss zum 1:0 über die Linie (10.). Eine knappe halbe Stunde später erhöhte erneut Popp nach einem langen Pass in die Spitze per Heber auf 2:0 (35.), nachdem sie zuvor das Leder nur knapp neben den linken Pfosten gesetzt hatte. Die Französinnen kamen nur selten zu Entlastungsangriffen, konzentrierten sich in der ersten Halbzeit jedoch auch vorrangig auf die Defensive.
Erst nach Pause reagierte Frankreichs Coach Degrange und brachte mit einem Dreifachwechsel frische Offensivkräfte ins Spiel. Insbesondere das Stürmerduo Makanza und Crammer setzte die deutsche Abwehr in Folge verstärkt unter Druck und erzielte gar prompt den 2:1-Anschlusstreffer. Makanza setzte sich über rechts durch und passte auf die in der Mitte lauernde Crammer, die zum 1:2 einschob (46.). Frankreich bemühte sich um den Ausgleich, doch einen Konterlauf schloss erneut Alexandra Popp mit dem 3:1 ins lange Eck ab und stellte damit den alten Toreabstand wieder her (60.). Dzsenifer Maroszan (1. FFC Frankfurt) schob wenig später einen Querpass von Kim Kulig (Hamburger SV) schließlich zum 4:1 ein (73.). Zwischenzeitlich hatte DFB-Trainerin Maren Meinert mit Jessica Wich (in der 64. Minute für Turid Knaak/FCR Duisburg) noch eine weitere Potsdamerin ins Spiel gebracht.
Mit dem Endstand von 4:1 verdrängte das DFB-Team die französische Equipe gar komplett aus der Runde der letzten Acht, da sich gleichzeitig das Team Kolumbiens gegen Costa Rica mit 3:0 (2:0) durchsetzte und damit neben der Punktgleichheit zu Frankreich eine bessere Torbilanz aufwies.
DFB-Trainerin Maren Meinert war mit ihrer Mannschaft zufrieden: "Wir wollten Erster werden und das ganze Spiel über nach vorne spielen, auch für die Zuschauer. Das war gegen die dichte Abwehr nicht leicht, aber vier Tore sprechen für sich."
Die deutsche Mannschaft trifft nun als Erster der Gruppe A am Samstag (ab 18 Uhr, live bei Eurosport) in Bochum auf Nordkorea, das im abschließenden Spiel der Gruppe B 2:3 gegen Schweden unterlag und letztlich Platz zwei belegte.