Mit einem 3:1 (1:0)-Sieg qualifzierte sich die deutsche U20-Nationalmannschaft am heutigen späten Nachmittag vor einer Kulisse von 15.545 Zuschauern im Bochumer Stadion vorzeitig für den Einzug ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft.
Wir sind natürlich glücklich, dass wir das Viertelfinale erreicht haben. Das war unser Ziel.Maren Meinert, U20-Nationaltrainerin Deutschland
Dabei tat sich das deutsche Team zunächst schwer, fand in der ersten Halbzeit nicht durchgängig und zwingend zu seinem offensiven Kombinations-Spiel, was allerdings auch Gegner Kolumbien geschuldet war, der sich lauffreudig und engagiert präsentierte. "Wir sind natürlich glücklich, dass wir das Viertelfinale erreicht haben. Das war unser Ziel. Aber ganz zufrieden bin ich nicht. In der ersten Halbzeit hatten wir im Offensivspiel Probleme, mehr reagiert als agiert. Das habe ich in der Pause angesprochen und in der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht", erklärte DFB-Trainerin Maren Meinert nach dem Spiel.
Dzsenifer Marozsan (1. FFC Frankfurt) sorgte zwar früh für den ersten Warnschuss, als sie einen Freistoß von der rechten Strafraumgrenze gefährlich vor das Tor brachte und Stefanie Mirlach (FC Bayern München) per Kopf das Ziel anschließend nur knapp verfehlte. Doch in Folge taten sich die Deutschen schwer, die richtigen Mittel gegen die stets und früh attackierenden WM-Debütanten aus Südamerika zu finden. Den Zahn zog das DFB-Team den Kontrahentinnen jedoch schließlich mit einem schönen Diagonalpass in die Spitze durch Marith Prießen (FC Bayer 04 Leverkusen), den Alexandra Popp (FCR Duisburg) mit einem Schuss ins lange Eck zur 1:0-Führung abschloss (21.). Dies blieb jedoch der einzige Höhepunkt im ersten Durchgang, mit dem 1:0 aus Sicht des DFB-Team ging es in die Kabine.
Auf dem Platz hatte bis dato aus Potsdamer Sicht lediglich Turbine-Neuzugang Inka Wesely gestanden. Verteidigerin Bianca Schmidt saß nach einer Roten Karte im ersten Gruppenspiel gegen Costa Rica ihre Sperre von einem Spiel auf der Tribüne ab, Tabea Kemme - im Auftaktspiel ebenfalls in der Abwehr zum Einsatz gekommen - war aufgr

Inka Wesely kam in der deutschen Abwehr gegen Kolumbien über die gesamten 90 Minuten Spielzeit zum Einsatz.
Foto: Jan Kuppert
und einer Oberschenkelverletzung, die sie sich in diesem Spiel zugezogen hatte, noch nicht wieder einsatzfähig.
In der zweiten Halbzeit drängte die DFB-Auswahl vom Anpfiff hinweg auf die Entscheidung und nutzte ihre Chancen zugig. Zunächst setzte sich Alexandra Popp auf der linken Seite durch, spielte scharf in die Mitte und fand mit Silvia Arnold (FF USV Jena) eine dankbare Abnehmerin, die nur noch den Fuß hinhalten brauchte und zum 2:0 einschob (50.). Anschließend fanden die Deutschen zunehmend besser ins Spiel und eroberten sich auch eine deutliche Feldüberlegenheit. Nach einem Eckball nutzte Spielführerin Marina Hegering den Abpraller und versenkte das Leder aus dem Rückraum heraus von der Strafraumgrenze zum 3:0 (55.).
Spannend wurde es noch einmal in den letzten Spielminuten. Nachdem Torhüterin Almuth Schult zuvor erstmals ernsthaft bei einem Schuss von Yorely Rincon geprüft worden war, den Ball aber über die Querlatte lenken konnte (59.), musste sie schließlich doch noch hinter sich greifen. So klärte die deutsche Defensive zu nachlässig, ließ sich überlaufen und ermöglichte dem kolumbianischen Team somit den Anschlusstreffer zum 3:1 durch Ortiz (82.). Wenig später hatten die Südamerikanerinnen gar die Großchance zum 3:2, doch konnte die deutsche Hintermannschaft hier mit vereinten Kräften in höchster Not klären. Am Ende blieb es also beim 3:1, welches auch die Potsdamerin Marie-Louise Bagehorn auf dem Platz miterlebte. Sie war in der 75. Minute für Kim Kulig (Hamburger SV) ins Spiel gekommen.
Im dritten und letzten Vorrundenspiel geht es für das deutsche Team nun am kommenden Dienstag in Augsburg gegen die Mannschaft Frankreichs um den Gruppensieg. Anstoß der Partie ist 11:30 Uhr.