Es war die nächste Situation nach dem Führungstreffer der deutschen U 20-Nationalmannschaft beim WM-Auftakt gegen Costa Rica (4:2). Tabea Kemme verspürte in der dritten Spielminute bei einem Zweikampf ein leichtes Ziehen an der Vorderseite des rechten Oberschenkels. „Ich bin im Rasen hängen geblieben“, schaut Kemme auf die Situation zurück. „Ich habe versucht, weiterzuspielen.“
Wenn wir ähnlich konzentriert spielen wie gegen Costa Rica, gewinnen wir.Tabea Kemme, U20-Nationalspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam
Bis zur 21. Minute. Nach dem Treffer zum 2:0 durch Alexandra Popp hatte die 18-jährige Kemme von Turbine Potsdam der physiotherapeutischen Abteilung signalisiert, dass es nicht mehr weitergeht. „Ich wollte durchhalten, doch irgendwann war Schluss“, so die Defensivspielerin. Sie wurde für Stefanie Mirlach von Bayern München ausgewechselt. Wann die Dame mit der Trikotnummer 3 wieder für Deutschland spielen kann, steht noch nicht fest. „Ich absolviere schon wieder leichtes Training“, erzählt die Potsdamerin, die sich mit Turbine-Neuzugang Inka Wesely ein Zimmer teilt. „Auch einige Sprints konnte ich schon wieder machen. Doch gegen Kolumbien wird es wohl noch nicht reichen.“ Die DFB-Elf trifft heute Abend (18 Uhr, live auf Eurosport) im zweiten Vorrundenspiel der Gruppe A auf die Südamerikanerinnen. Mit einem Sieg wäre die Fahrt ins Viertelfinale bereits gebucht. „Wenn wir ähnlich konzentriert spielen wie gegen Costa Rica, gewinnen wir“, hofft die flinke Kemme. „Doch wir sollten Kolumbien auf keinen Fall unterschätzen.“
Die U 20-Nationalmannschaft um Trainerin Maren Meiner bereitet sich per Video-Analyse auf den nächsten Gegner vor. „Uns werden die Stärken des Kontrahenten gezeigt, auf die wir uns einstellen müssen.“ Am Vormittag steigt noch ei
Ich absolviere schon wieder leichtes Training.Tabea Kemme, U20-Nationalspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam
nmal eine lockere Einheit. „Danach ist Mittagsruhe, dann geht es auch schon zum Platz“, verrät Kemme den Ablauf vor dem Spiel im Bochumer Stadion. Sie stört es nicht, dass bislang nur 11 000 Karten für das Kolumbien-Spiel verkauft worden sind. „Natürlich war es eine tolle Sache, vor fast 22 000 Zuschauern gegen Costa Rica zu spielen“, meint die 1,70-Meter große Dame. „Doch 11 000 Fans sind auch ganz nett.“
Um optimal auf das zweite Spiel der Heim-WM vorbereitet zu sein, war am Donnerstag um 22 Uhr Nachtruhe. „Wir gehen aber oft schon früher ins Bett. Die Tage sind doch sehr intensiv“, so Kemme, die gegen Frankreich am kommenden Dienstag (11.30 Uhr) in Augsburg wieder auflaufen will. Dann wird wohl auch Bianca Schmidt mit von der Partie sein. Die Potsdamerin erhielt nach der Roten Karte gegen Costa Rica ein Spiel Sperre.