Kehraus bei der Männer-Weltmeisterschaft in Südafrika, Startschuss für die U 20-Frauen-WM in Deutschland: Nur einen Tag nach der umjubelten Rückkehr von Joachims Löws „Boygroup“ starten die deutschen Nachwuchsfußballerinnen im eigenen Land ihre „Gold-Mission“. 16 Mannschaften kämpfen bis zum 1. August in Bochum, Bielefeld, Augsburg und Dresden um den 3. WM-Titel.
"Wir wollen die Erwartungen erfüllen."Bianca Schmidt, U20-Nationalspielerin des 1. FFC Turbine Potsdam
Beim „kleinen Testlauf“ ein Jahr vor der Frauen-WM in Deutschland gehören die DFB-Talente zum Favoritenkreis. Die Mannschaft von Trainerin Maren Meinert will ihr eigenes, kleines Sommermärchen schreiben. Mit an Bord sind sechs Spielerinnen vom deutschen Meister Turbine Potsdam: Desirée Schumann, Bianca Schmidt, Marie-Louise Bagehorn, Tabea Kemme, Neuzugang Inka Wesely und Jessica Wich.
„Wir wissen, dass die WM kein Selbstläufer wird. Aber wir wollen die Euphorie aus Südafrika direkt für unsere WM mitnehmen und die Leute mit attraktivem Fußball begeistern“, sagte die 36 Jahre alte Trainerin vor dem heutigen Eröffnungsspiel (11.30 Uhr/17.30 Uhr Eurosport) gegen Costa Rica im mit 22 000 Zuschauern ausverkauften Bochumer WM-Stadion. DFB-Präsident Theo Zwanziger hat sich aus Südafrika auf den Weg ins Ruhrgebiet gemacht, um wie Fifa-Exekutivkomiteemitglied Franz Beckenbauer der DFB-Elf die Daumen zu drücken.
Mit einem erfolgreichen Auftakt gegen WM-Debütant Costa Rica will die Meinert-Elf die Fans auf ihre Seite ziehen. „Mit einem guten Start können wir die Leute mitnehmen und Selbstvertrauen tanken“, sagte die Trainerin, die mit den 2009-Europameisterinnen Kim Kulig vom Hamburger SV und Bianca Schmidt (Turbine Potsdam) sowie Alexandra Popp (FCR Duisburg) gleich drei A-Nationalspielerinnen im Team hat. Schmidt sieht sich deshalb aber nicht unbedingt unter Druck. „Wir wollen die Erwartungen erfüllen“, sagt die 20-jährige Bundeswehrangehörige. Sie selbst will mit ihren Erfahrungen weiterhelfen und am Ende „ins Finale einziehen“.
Die Erfahrungen des Trios könnte von großem Nutzen sein, denn die Erwartungshaltung ist hoch: „Uns ist klar, dass man als deutsche Mannschaft mit dieser Tradition im Frauenfußball und dann noch bei einer Heim-WM zu den Favoriten gezählt wird. Und ich bin überzeugt, dass meine Mannschaft damit umgehen kann“, sagte Meinert, deren Elf in weiteren Vorrundenspielen der Gruppe A am Freitag in Bochum auf Kolumbien und am 20. Juli in Augsburg auf Frankreich trifft. Zu den weiteren Sieganwärtern gehören Titelverteidiger USA, 2006-Weltmeister und 2008-Finalist Nordkorea sowie England und Brasilien.
2008 bei der U 20-WM in Chile wurde das Team Dritter. Nun soll der erste Triumph her: „Das wäre ein Traum“, sagte Meinert.