Die "Turbinen" ließen sich in ihrer Heimat von einer begeisterten Menschenmenge feiern.
Foto: Jan Kuppert
Über 1000 Fans waren am Montagnachmittag auf den Potsdamer Luisenplatz geeilt, um ihre Champions zu feiern. Die Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam hatten am Donnerstag in einem dramatischen Elfmeterschießen das erste Champions-League-Finale im Frauenfußball gegen Olympique Lyon gewonnen. „Turbine Potsdam, die Seele Brandenburgs, der Stolz Deutschlands, der Champion Europas“, hieß das Motto des Tages.
Um 13.59 Uhr war es soweit: Anja Mittag und Fatmire Bajramaj brachten die Meisterschale auf die Bühne. Jennifer Zietz und Babett Peter folgten wenige Meter dahinter mit dem Champions-League-Pokal. „Es waren 120 Minuten harter Kampf mit vielen Krämpfen“, schaute Spielführerin Zietz noch einmal auf das Endspiel zurück. „Einige von uns konnten noch einen Tag später nicht richtig laufen. Doch wir haben groß gefeiert und es wird hoffentlich nicht das letzte Mal sein.“ Zietz und Co. bedankten sich am Montag bei den „besten Fans der Welt“, wie es Trikotsponsor Reiner Rabe, Geschäftsführer vom Zentrum Aus- und Weiterbildung Ludwigsfelde (ZAL), auf den Punkt brachte.
Während die „Königinnen von Europa“ im Polonaise-Stil ihrer Freude freien Lauf ließen, stimmte Trainer Bernd Schröder das Steigerlied an. „In Potsdam gibt es große Sportler. Olympiasieger, Welt- und Europameister“, rief Schröder den jubelnden Fans zu. „Jetzt haben wir gleichgezogen. Bei uns ist die Mannschaft der Star.“ Der 67-Jährige hatte sich nach der Rückkehr noch einmal das Spiel angeschaut. „Um zwei Uhr nachts“, verriet er. „Eine unglaubliche Leistung.“
Das fand auch Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Turbine ist das Aushängeschild Potsdams.“ Die Grüße der Landesregierung überbrachte Holger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport. „Ihr seid die Größten“, meinte er.
Mitten in der Jubeltraube stand Anna Felicitas Sarholz – mit zwei gehaltenen Elfmetern die „Heldin von Getafe“. Die 17-Jährige sollte eigentlich bei der U 19-Europameisterschaft in Mazedonien weilen. Doch die Torfrau sagte die EM-Teilnahme ab. Nach dem Triumph in der Champions League, so die Schülerin, sei die Konzentration auf Fußball derzeit nicht möglich.