Potsdam gewinnt in Getafe das Finale der Champions League gegen Lyon im Elfmeterschießen
Champions League Sieger 2010 - der 1. FFC Turbine Potsdam.
Foto: Jan Kuppert
Die Fußballerinnen des deutschen Meisters 1. FFC Turbine Potsdam haben ihr Versprechen wahr gemacht und zum zweiten Mal die europäische Krone erkämpft. Im ersten Endspiel der Champions League bezwang die Mannschaft von Bernd Schröder gestern Abend den mehrfachen französischen Titelträger Olympique Lyon vor 10 372 Zuschauern im Coliseum Alfonso Pèrez im Madrider Vorort Getafe nach 18 Schützinnen mit 7:6 (0:0) nach Elfmeterschießen.
Beide Torhüterinnen hielten jeweils zwei Elfmeter, wobei Anna Felicitas Sarholz Turbine beim Stand von 2:3 vorm Abgrund rettete und selbst einen „Elfer“ verwandelte.
Neben dem Gewinn der 60 Zentimeter hohen und zehn Kilogramm schweren Trophäe aus Sterling-Silber kann Turbine eine Siegprämie von 320 000 Euro mit nach Hause nehmen, von der allerdings noch die Reisekosten nach Madrid abgezogen werden müssen. Nach der Siegerehrung fuhr die Mannschaft mit ihren engsten Freunden und Familienmitgliedern in ein Lokal in der Nähe von Getafe, um den Triumph bis zum Morgengrauen zu feiern.
Die Potsdamerinnen, die bereits zweimal das Finale des Vorgängerwettbewerbs Uefa-Cup erreicht hatten und 2005 gegen Djurgardens Stockholm den Pokal gewannen, konnten mit ihrem besten Aufgebot auflaufen. Im Tor stand wie erwartet die erst 17 Jahre alte Anna Felicitas Sarholz, die im Halbfinale gegen den FCR Duisburg im Elfmeterschießen drei Schüsse gehalten hatte.
Die Potsdamerinnen begannen nervös, der französische Meister übernahm zunächst das Heft des Handelns. Nationalspielerin Louisa Nécib setzte in der 15. Minute mit einem Freistoß aus 35 Metern ans Lattenkreuz den ersten Warnschuss. Doch Turbine fing sich. In der 27. Minute setzte Anja Mittag Lira Bajramaj geschickt in Szene, Lyons Torhüterin Sarah Bouhaddi konnte klären.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich der offene Schlagabtausch bei hohem Tempo fort. In der 60. Minute dann die Riesenchance zur Potsdamer Führung: Bajramaj dribbelte sich auf der rechten Seite in den Strafraum und bediente Tabea Kemme, die mit ihrem Schuss jedoch an der reaktionsschnellen Bouhaddi scheiterte. Turbine drückte weiter. Lyon reagierte mit rüder Spielweise. Laura Georges holte Bajramaj brutal von den Beinen, doch die Schiedsrichterin Kirsi Heikkinen ließ erneut Gnade vor Recht ergehen (68.). In der 84. Minute hatte Anja Mittag Pech, als ihr Heber am rechten Pfosten landete. So ging es beim Stand von 0:0 in die Verlängerung.
Hier setzte Potsdam erneut das erste Zeichen. Viola Odebrecht brachte den Ball in den gegnerischen Strafraum, doch Mittags Schuss wurde im letzten Augenblick abgeblockt (91.). In der 102. Minute scheiterte Isabel Kerschowski nach Traumpass von Bajramaj an der starken Torfrau von Lyon.
So blieb es beim 0:0 und das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Die Zeit von Anna Felicitas Sarholz begann.