Kapitänin Jennifer Zietz reist mit ihrer Mannschaft heute nach Madrid zum Champions League Finale.
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7.30 Uhr in der Früh ist normalerweise nicht die Zeit, zu der Profi-Fußballer zu großen Aktivitäten neigen. Beim 1. FFC Turbine Potsdam ist das ein wenig anders. Am gestrigen Montag begann für die jungen Frauen des deutschen Meisters um 7.30 Uhr die erste Trainingseinheit des Tages. „Alle Spielerinnen waren überpünktlich da. Die wissen, worum es geht“, lobt Bernd Schröder.
Obgleich sich der Trainer seit fast 40 Jahren dem Frauenfußball verschrieben hat, mit Turbine zehnmal Meister wurde (davon sechsmal zu DDR-Zeiten), dreimal den DFB-Pokal gewann und 2005 gegen Djurgårdens Stockholm sogar den Uefa-Cup holte, kann auch er vor dem Champions-League-Endspiel am Donnerstagabend in Madrid-Getafe (20.30 Uhr/ZDF) eine gewisse Nervosität nicht leugnen.
„In der vergangenen Woche ging es los“, erzählt der 67-Jährige. „Wir hatten die Mädels drei Tage nach Hause geschickt und ich hatte Zeit darüber nachzudenken, was wir alles gemacht haben und worum es in Madrid eigentlich geht. Wie wir auftreten und uns darstellen werden.“
Denn es gibt eine Premiere. Erstmals in der Geschichte des Frauenfußballs findet das Finale der beiden besten Mannschaften Europas auf neutralem Platz statt. Erstmals treten die Frauen nahezu parallel zu ihren männlichen Kollegen an, die ihr Endspiel am Samstagabend im Estadio Santiago Bernabéu austragen.
Erst gewinnt Turbine Potsdam gegen Olympique Lyon, 48 Stunden später bezwingt der FC Bayern München seinen Kontrahenten Inter Mailand. Das wäre sicher nach dem Geschmack der deutschen Fußballanhänger. „Die Jahrhunderte währenden Zwistigkeiten zwischen Bayern und Brandenburg werden hintenangestellt. Wichtig ist, dass wir in Madrid als gesamtdeutsches Team auftreten“, sagt Schröder.
Turbine-Kapitän Jennifer Zietz, die als einzige Spielerin bei allen 31 Europapokalpartien der Potsdamerinnen auf dem Platz stand, verspricht: „Wir ruhen uns nicht aus, nur weil wir ganz gut mit dem Ball umgehen können, sondern wir wollen mehr! Wir wollen am Donnerstag in Getafe gewinnen!“ Die 26-Jährige verzichtet deshalb sogar auf die Teilnahme an der Hochzeit ihrer Mutter in Heiligendamm. „Der Termin ließ sich nicht mehr verschieben“, bestätigt sie. Nervös ist die Mittelfeldspielerin (noch) nicht. „Nur vorm Fliegen hab’ ich Bammel“, gibt sie offen zu.
In der Vorbereitung wurde beim deutschen Meister so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. Seit einigen Tagen trainieren die „Torbienen“ mit jenen Spezialbällen, die der europäische Verband Uefa für die Finals der Champions League herstellen ließ.
Am Montag wurde die Mannschaft mit Hosen und Blusen eingekleidet. Am heutigen Dienstag fliegt sie um 7.45 Uhr von Berlin-Schönefeld nach Madrid. Zahlreiche Fans werden ihre Lieblinge wie so oft begleiten.