Anna Felicitas Sarholz wird im Elfmeterschießen gegen den FCR Duisburg zur Heldin des Tages
Matchwinnerin Anna Felicitas Sarholz.
Foto: Jan Kuppert
Der Fußball-Gott bleibt den Frauen des 1. FFC Turbine Potsdam gewogen. Mit einem 3:1-Erfolg im Elfmeterschießen zog der deutsche Meister am Sonntag vor 4522 Zuschauern im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion gegen den Uefa-Cup-Sieger FCR Duisburg in das Endspiel der Champions League ein. Zuvor hatte Tabea Kemme in einer umkämpften Partie mit einem Kopfballtor in der 62. Minute den Duisburger 1:0-Erfolg vom Halbfinalhinspiel egalisiert.
Da weder in der regulären Spielzeit noch in der Verlängerung weitere Treffer fielen, musste das Elfmeterschießen über den Finaleinzug entscheiden. Hier hatten die Gastgeberinnen nicht nur die besseren Nerven, sondern in der gerade 17 Jahre alten Anna Felicitas Sarholz auch die stärkere Torhüterin. „Felix“, wie die Schülerin von ihren Mannschaftsgefährtinnen gerufen wird, parierte gleich vier Duisburger Schüsse vom Punkt. Gegen Linda Bresonik sogar zwei, da Schiedsrichterin Gyöngyi Gaal (Ungarn) den Schuss wiederholen ließ.
„Ich habe mit Elfmetern generell kein Problem. Als Torhüter kannst du ohnehin nur gewinnen“, blieb die Heldin des Tages cool. Sarholz hatte erst 40 Minuten vor dem Rückspiel erfahren, dass sie die Potsdamer Nummer eins sein würde. Im Hinspiel in Duisburg hatte noch Desirée Schumann zwischen den Pfosten gestanden. „Wir haben zwei gleichstarke Torhüterinnen, keine Nummer eins oder Nummer zwei. Das kann immer wechseln“, sagte Turbine-Trainer Bernd Schröder.
Der 67-Jährige, der mit Turbine bereits 2005 den Uefa-Cup gewonnen hatte, gab zu, nicht mit dem Einzug ins Finale gerechnet zu haben. Lange Zeit sah es auch nach einem Weiterkommen der Gäste aus. Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Erst als sich die Potsdamerinnen in der zweiten Halbzeit steigerten, wendete sich allmählich das Blatt. Nach dem Kopfballtor der nur 1,65 m großen Tabea Kemme („Ich glaube, es war meine erste Ballberührung“) hatte Duisburg nichts mehr zuzusetzen. „Da war klar, hier geht was“, sagte Turbine-Kapitän Jennifer Zietz. Die 26-Jährige, die bei allen 31 Europapokalspielen ihres Vereins auf dem Platz stand, wird wegen des Endspiels am 20. Mai in Madrid sogar auf die Hochzeit ihrer Mutter Beate und ihres Stiefvaters Jörg in Heiligendamm verzichten. „Da muss meine Schwester Jacqui als Trauzeugin einspringen.“
Der Final-Gegner steht allerdings noch nicht fest. Die zweite Halbfinal-Partie zwischen Umeå IF (Schweden) und Olympique Lyon konnte wegen der Flugbeschränkungen in ganz Europa nicht ausgetragen werden.
Duisburgs Trainer Martina Voss-Tecklenburg war sauer. „Ich hatte eine bessere Leistung meiner Offensive erwartet. Das war heute eine verdiente Niederlage“, sagte die Ex-Nationalspielerin. Zugleich kritisierte sie Teile des Publikums. „Viele Rufe waren beleidigend und gingen tief unter die Gürtellinie.“ Schröder gab ihr recht: „Ich bin voll auf deiner Seite.“