Im Halbfinale unterliegt der 1. FFC Turbine Potsdam in Duisburg mit 0:1 / Jena erreicht Endspiel
Anja Mittag (l.) und die Duisburgerin Annemieke Kiesel im Pokal-Duell.
Foto: Jan Kuppert
Mit ihrer ersten Niederlage in der laufenden Saison kehrten die Fußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam am Ostersamstag aus Duisburg zurück. 0:1 (0:0) unterlag die Mannschaft von Trainer Bernd Schröder dem Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg.
Potsdams Coach reagierte nach dem Ausscheiden aus dem ebenso lukrativen wie prestigeträchtigen Wettbewerb gefasst: „Duisburg hat verdient gewonnen. Wir waren einfach nicht in der Lage, ein Tor zu machen und haben nicht so gut gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben.“
In der Tat hatte sich seine Elf gegen hochmotivierte Duisburgerinnen schwer getan, ins Spiel zu finden, sich zwingende Torchancen zu erarbeiten und dann auch zu nutzen. Die Duisburgerinnen hingegen starteten vor 1899 Zuschauern stark, ein Pfostentreffer von Inka Grings (5.) hätte ein erster Weckruf für die Havelstädterinnen sein sollen. Diese wirkten jedoch weiterhin zu passiv.
So brannte es wenig später wieder lichterloh vor dem erneut von Anna Sarholz gehüteten Gehäuse, die einen platzierten Grings-Kopfball aus dem rechten Dreiangel fischte (9.). Nach einer Viertelstunde konnten die Gäste das Spiel ausgeglichener gestalten, präsentierten sich in ihren Angriffsbemühungen jedoch weiter zu harmlos. Nennenswerteste Torgelegenheit war eine Soloaktion von Anja Mittag, die von der Strafraumgrenze abzog (31.), doch Duisburgs Keeperin Ursula Holl war auf dem Posten. Auf der anderen Seite vergab der FCR gute Gelegenheiten fahrlässig. „Wir wollten ein schnelles Tor machen. Als uns das nicht gelungen ist, bekam ich es mit der Angst zu tun“, gab FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg später zu.
Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Beide Teams neutralisierten sich größtenteils, echte Strafraumszenen gab es kaum. Bei Potsdam kam die Ex-Duisburgerin Lira Bajramaj aufs Feld. Die Nationalspielerin hatte beim Liga-Gipfel zuletzt Gelb-Rot gesehen. „Sie hatte sich am Dienstag verletzt. Es war aber auch eine taktische Maßnahme, um den Gegner zu verwirren“, begründete Schröder den Verzicht. Duisburg wirkte aber motivierter und ließ in seinen Angriffsbemühungen zu keinem Zeitpunkt nach. Dem Schröder-Team fehlte weiter der letzte Biss. Die entscheidende Situation gab es schließlich in der 62. Minute, als Nationalspielerin Linda Bresonik aus 20 Metern abzog. Der flache Doppelaufsetzer schlug im rechten unteren Eck ein. „Aus diesem 0:1 sind wir nicht mehr rausgekommen“, so Bernd Schröder nach dem Abpfiff. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich bot ein Freistoß, den Anja Mittag knapp neben das rechte Dreiangel setzte (82.).
Viel Zeit, über das Pokal-Aus nachzudenken, haben die Potsdamerinnen nicht. Bereits morgen Abend empfängt der deutsche Meister den USV Jena zum Punktspiel (18 Uhr). Die Thüringerinnen kommen nach einem 3:0-Sieg gegen die SG Essen-Schönebeck im zweiten Pokal-Halbfinale mit dem Selbstbewusstsein eines Cup-Finalisten ins Karl-Liebknecht-Stadion.
Das Finale zwischen Jena und Duisburg findet am 15. Mai um 16 Uhr in Köln statt.