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News | 03.04.2010 | 16:50 Uhr | 1. Mannschaft

Pokalaus in Duisburg


Von Nadine Bieneck

Pokalaus in Duisburg
Viola Odebrecht (M.), hier im Duell mit Inka Grings (l.) und Simone Laudehr (r.).
Foto: Jan Kuppert
Mit einer bitteren 0:1 (0:0)-Niederlage schied der 1. FFC Turbine Potsdam am heutigen Nachmittag aus dem DFB-Pokal aus. "Duisburg hat verdient gewonnen", anerkannte gar Turbine-Trainer Bernd Schröder nach Abpfiff der Partie.

Denn die Gastgeberinnen hatten in den 90 Minuten zuvor den größeren Siegeswillen und auch über die meisten Phasen des Spiels die bessere Spielanlage gezeigt. Potsdam tat sich hingegen schwer, wirkte oft einen Schritt langsamer und fand nicht wirklich ins Spiel.

FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hatte im Vorfeld bereits die Taktik, "ein schnelles Tor zu machen", angekündigt. In der drückten die Duisburgerinnen ihre Gäste in der ersten Viertelstunde nahezu durchgängig in deren Hälfte, ohne dass sie ihren Offensivdrang jedoch in Zählbares ummünzen konnten. Dabei hatte Turbine zunächst Glück, als ein platzierter Schuss von Inka Grings aus 18 Metern rechts vor dem Tor am linken Pfosten landete (5.) und wenig später Keeperin Anna Sarholz auf dem Posten war und einen Grings-Kopfball aus dem rechten Dreiangel kratzte (9.), der Nachschuss landete dann am Außennetz.

Nach einer guten Viertelstunde konnten die Potsdamerinnen das Spiel zwar ausgeglichener gestalteten, jedoch leistete sich das Schröder-Team zuviele Stockfehler und Unkonzentriertheiten und verlor dadurch immer wieder unnötig den Ball. Wirklich gefährlich wurde es für das Gehäuse von Ursula Holl nur, wenn Potsdam schnell und direkt in die Spitze spielte, was jedoch viel zu selten der Fall war. Echte Torchancen blieben Mangelware, allerdings auf beiden Seiten. Die beste Möglichkeit hatten die Potsdamerinnen nach einer schnellen Aktion durch Anja Mittag, die von der linken Strafraumgrenze mit Auge abzog. Ursula Holl wehrte den platzierten Schuss jedoch ab, Yuki Nagasato und Tabea Kemme in Reichweite des Abprallers konnten jedoch nichts aus der Situation machen (31.). Das Geschehen plätscherte dem Pausenpfiff entgegen. Während den Duisburgerinnen in der Spitze meist die letzte Anspielstation fehlte und dadurch die meisten Offensivaktionen versandeten, ließen die "Turbinen" ihren Zug zum Tor zu oft vermissen und blieben dementsprechend harmlos.

Nach dem Seitenwechsel kam auf Potsdamer Seite Fatmire Bajramaj ins Spiel, es entspann sich jedoch erst einmal das gleiche Geschehen wie im ersten Durchgang. Anja Mittag mit einem gefühlvollen Heber von der rechten Strafraumgrenze, der knapp über dem linken Dreiangel landete (54.) blieb zunächst die beste Möglichkeit der Potsdamerinnen. Auf der anderen Seite wurde es kurz darauf brenzlig, als Annemieke Kiesel einen Freistoß 20 Meter aus linker Position flach in den Potsdamer Strafraum brachte - Sarholz klärte die Situation schließlich (57.). Wenig später war es dann jedoch soweit - es klingelte. Und zwar im Gehäuse der Potsdamerinnen. "Ein zu erwartendes Tor", resümierte Bernd Schröder nach dem Abpfiff. Linda Bresonik nahm ihr Herz in die Hand, ging zunächst nahezu ungestört durchs Halbfeld, ließ sich auch von der tackelnden Jennifer Zietz nicht aufhalten und zog schließlich - völlig ungestört vom Gegner - aus 18 Metern zentral vor dem Tor ab: der Ball landete im rechten Eck zum 1:0 (63.).

Während die Duisburgerinnen mit dem Rückendwind der Führung aufspielten, versuchte Turbine die Schlagzahl zu erhöhen. Es blieb jedoch dabei - Potsdam agierte nach vorn nicht zwingend genug und auch zu halbherzig. Duisburg agierte defensiv jetzt geschickt und versuchte gleichzeitig immer wieder, den Vorsprung weiter auszubauen. Die beste Möglichkeit hatte dabei die eingewechselte Eunice Beckmann, gegen die Anna Sarholz jedoch stark im 1:1 per Fußabwehr klärte (88.). Am Ende lief den Potsdamerinnen die Zeit davon, wobei sie vermutlich noch drei Stunden hätten weiterspielen können, ohne das Leder zwischen den Pfosten unterzurbringen.

"Glückwunsch an Martina Voss-Tecklenburg und ihre Mannschaft, die verdient gewonnen haben", erklärte Bernd Schröder nach dem Abpfiff. "Wir haben es heute einfach nicht fertig gebracht, ein Tor zu erzielen; das ist lange nicht vorgekommen. Duisburg war heute im Mittelfeld einfach besser aufgestellt. Zwar hatten wir auch Chancen, doch Duisburg hatte die besseren Möglichkeiten. Die Willensstärke, die ich mir heute von meinen Spielerinnen gewünscht hätte, habe ich leider nur beim FCR gesehen."

FCR-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg war so glücklich wie erleichtert: "Wir haben heute verdient gewonnen, weil wir einfach mehr versucht und gemacht haben, aktiver waren und immer wieder Druck gemacht haben. Potsdam war vor allem bei Standards gefährlich, doch wir haben das gesamte Spiel über gut gegengehalten. Wir wollten ein schnelles Tor machen, das ist uns leider nicht gelungen, da bekam ich es zwischenzeitlich doch etwas mit der Angst zu tun, da Potsdam nur einmal vors Tor kommen muss, und dann ist der Ball drin. Doch wir haben die ganze Zeit gefighted und zu keinem Zeitpunkt nachgelassen".

Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz war "sehr enttäuscht, vor allem davon, wie wir uns heute präsentiert haben. Es lief einfach nicht, zudem haben wir Führungsspielerinnen mit Ausnahme von Babs (Babett Peter/d.R.) heute zu wenig Verantwortung übernommen. Wir hätten die anderen mitreißen müssen. Pokalspiele sind immer Kampfspiele, da kann man spielerisch nie so glänzen, sondern muss für den Erfolg auch arbeiten. Das ist uns heute einfach nicht gelungen, das ist bitter".

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