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News | 30.03.2010 | 17:49 Uhr | 1. Mannschaft | 2. Mannschaft | Nachwuchs

Brandenburgs U20 gewinnt den Länderpokal


Von Nadine Bieneck

Brandenburgs U20 gewinnt den Länderpokal
Brandenburgs siegreiche U20-Landesauswahl nach der Siegerehrung beim Länderpokal.
Foto: Rüdiger Zinsel/Fußballlandesverband Brandenburg
Mit einem 2:0-Sieg über die Auswahl des Rheinlands sicherte sich die brandenburgische U20-Landesauswahl - komplett gestellt vom 1. FFC Turbine Potsdam - am heutigen Vormittag den diesjährigen U20-Länderpokal in Duisburg/Wedau.

Wir haben uns fußballerisch und als Mannschaft sehr gut präsentiert.Thomas Kandler, Landesauswahltrainer Brandenburg

Bereits seit Samstag lief der nationale Vergleich zwischen den 21 Landesauswahlteams und der U16-Nationalmannschaft des DFB auf dem Gelände der Sportschule Duisburg/Wedau. Jede Mannschaft hatte vier Spiele zu bestreiten, die Spieldauer betrug pro Partie 2x35 Minuten. Landesauswahltrainer Thomas Kandler - der auch Turbines Zweitliga-Team betreut - reiste mit folgendem Kader zum Turnier, der ausnahmslos aus Spielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam bestand: Desirée Schumann, Annika Eichmann, Henrike Schödel, Laura Diener, Josephine Hollop, Kristin Demann, Anne-Kathrin Hübner, Judith Bast, Sandra Wiegand, Anna Ulbrich, Jennifer Cramer, Marie Klemme, Laura Brosius, Elisa Götz, Karoline Heinze, Sandra Starke.

1. Spieltag: Brandenburg - Südwest 2:0

Im ersten Spiel des Länderpokals ging es für das Kandler-Team gegen die Auswahl Südwest. Die Brandenburgerinnen dominierten das Geschehen auf dem Platz klar, "das war ein Spiel in eine Richtung", berichtete Kandler anschließend. Sandra Starke erzielte kurz vor dem Pausenpfiff nach einem Zuspiel von Judith Bast die 1:0-Führung, nachdem sie zuvor im Strafraum noch zwei Gegenspielerinnen umkurvt hatte (31.). Kurz nach dem Wiederanpfiff erhöhte Anna Ulbrich per Kopf nach einem Eckball von Henrike Schödel zum 2:0 (37.), Marie Klemme hatte kurz vor dem Abpfiff gar noch das 3:0 auf dem Fuß, vergab aus 5 Metern frei vor dem Tor jedoch die Großchance, die über dem Gehäuse landete (67.). "Es war zwar kein überragendes Spiel, aber wichtig war es, mit einem Sieg ins Turnier zu starten, der auch absolut verdient war", konstatierte Kandler nach der Partie.

Aufstellung gegen Südwest: Schumann - Diener, Ulbrich, Brosius, Wiegand - Bast (36. Cramer), Demann, Schödel - Hübner (36. Heinze), Klemme, Starke (55. Götz)

2. Spieltag: Brandenburg - Schleswig-Holstein 2:1

Am zweiten Spieltag ging es für die Potsdamerinnen gegen die sehr robust und zweikampfstark aufspielenden Norddeutschen. "Die haben defensiv kompakt und gut gestanden, da haben wir uns etwas schwer getan, diesen Abwehrriegel zu durchbrechen", berichtete Kandler, "wenngleich das Spiel fast ausnahmslos in Richtung Schleswig-Holsteiner Tor ging". Der Gegner konnte im kompletten Spiel genau zwei gefährliche Offensivaktionen verbuchen, von denen eine im 0:1-Rückstand für das Kandler-Team endete. Ein Freistoß aus dem Halbfeld kam diagonal in den Strafraum, wurde dort nicht richtig geklärt, und landete zunächst am Innenpfosten und von dort im Tor (20.). Die Potsdamerinnen schlugen jedoch zurück und erkämpften sich zunächst den Ausgleich, als Kristin Demann das Leder im Nachschuss nach einer Flanke von Karoline Heinze zum 1:1 zwischen den Pfosten versenkte (27.). Nach einer Großchance durch Laura Brosius, deren Flanke von rechts an der Querlatte landete (47.), traf Marie Klemme schließlich zum 2:1 (47.). Nachdem ein 20-Meter-Schuss von ihr zunächst an den Pfosten knallte, gab Anne-Kathrin Hübner den Abpraller zurück in den Strafraum, wo Klemme am kurzen Pfosten lauerte und den Ball aus der Drehung heraus im langen Eck versenkte. Anna Ulbrich erhöhte gar auf 3:1 (60.), die Schiedsrichterin gab den "regulären Treffer" (Kandler) jedoch aufgrund einer Torwartbehinderung nicht. Am Ende hatte seine Mannschaft gar noch Glück, als die zweite Chance der Schleswigerinnen im gesamten Spiel kurz vor dem Abpfiff nur am Pfosten landete (67.). "Ein verdienter Sieg, wenngleich hart erarbeitet", so Kandler.

Aufstellung gegen Schleswig-Holstein: Schumann - Diener, Ulbrich, Brosius, Wiegand - Cramer (50. Bast), Demann, Schödel - Starke (36. Hübner), Klemme, Heinze (65. Götz)

3. Spieltag: Brandenburg - Bayern 2:0

Nach den Regenfällen in den Stunden zuvor wurde für dieses Spiel auf den Kunstrasenplatz gewechselt. "Für viele Anwesende war dass das vorweggenomme Finale", konstatierte Kandler. "Es war ein Klassespiel von uns. Durch alle Mannschaftsteile hinweg haben wir uns überragend präsentiert, sind mannschaftlich geschlossen aufgetreten und haben eine temporeiche und beeindruckende Vorstellung gegeben", geriet Kandler nach dem Abpfiff ins Schwärmen. Eine gut besetzte Bayern-Auswahl, die von der erfahrenen Bundesliga- und Jugendnationalspielerin Stefanie Mirlach als Kapitänin aufs Spielfeld geführt wurde, sah zunächst gegen die starken Brandenburgerinnen keinen Stich. "Die ersten 20 Minuten ist der Gegner nicht mal über die Mittellinie gekommen, haben wir auch alle Zweikämpfe gewonnen", so Kandler. Judith Bast erzielte per Kopf nach einer Ecke von Henrike Schödel im Nachschuss die mehr als verdiente 1:0-Führung (28.). Allerdings glichen die Bayerinnen fast im Gegenzug mit ihrer ersten Chance des Spiels aus (33.). Mirlach versenkte den Ball aus 22 Metern maßgenau im Winkel, "unhaltbar", so Kandler. Dessen Team steckte jedoch nicht auf, sondern zeigte sein Können. Kristin Demann brachte ihr Team nach einer Schödel-Ecke im Nachschuss aus 10 Metern in Führung (45.). Anschließend erarbeiteten sich die Brandenburgerinnen zahlreiche weitere Großchancen, ohne diese in Zählbares ummünzen zu können. Sandra Starke scheiterte zwei Mal im Nachschuss knapp (48.), Anne-Kathrin Hübner setzte das Leder aus fünf Metern knapp über das Tor (53.), Marie Klemme setzte sich gut durch, ging allein aufs Tor zu, scheiterte jedoch zunächst an der Torfrau, setzte den Nachschuss an die Querlatte, ehe Sandra Starke den zweiten Nachschuss über die Querlatte jagte (66.). Die Bayerinnen konnten sich hingegen nach dem Seitenwechsel keine Tormöglichkeit mehr erarbeiten, wenngleich sie die nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Laura Brosius aufgekommene Unordnung zum Ausgleich zu nutzen versuchten. Dies gelang ihnen jedoch nicht mehr, so blieb es bis zum Abpfiff beim 2:1 für das Kandler-Team, "ein absolut verdienter Sieg, denn wir haben mit einer ganz starken Leistung das Spiel ganz klar bestimmt", so der Coach.

Aufstellung gegen Bay

Das Spiel gegen Bayern war das vorweggenommene Finale.Thomas Kandler, Landesauswahltrainer Brandenburg

ern:
Schumann - Diener, Ulbrich, Brosius (66. Hollop), Wiegand - Bast, Demann, Schödel - Starke, Klemme, Hübner (57. Heinze)

4. Spieltag: Brandenburg - Rheinland 2:0 (Finale)

Am heutigen vierten und letzten Spieltag kam es schließlich zum Finale des Länderpokals. Gegen die Rheinland-Auswahl musste aufgrund der Tabellenkonstellation ein Sieg her, um das Turnier für sich zu entscheiden. Das wussten natürlich auch die Potsdamerinnen, die sich zunächst dementsprechend schwer taten. "Wir wollten den Schwung aus dem Bayern-Spiel mit in die Partie gegen das Rheinland nehmen, leider ist uns das nicht so gelungen", bilanzierte Kandler nach dem Spiel, "in der ersten Halbzeit hat uns die Lockerheit gefehlt. Zudem hat sich der Gegner hinten sehr kompakt reingestellt und einfach nur die Bälle rausgeschlagen. Obwohl wir 80 bis 90 Prozent Ballbesitz hatten, waren wir da nach vorn zu harmlos". In der zweiten Halbzeit lief es dann besser beim Kandler-Team, wenngleich im vierten Spiel am vierten Tag langsam auch die Kräfte zu schwinden schienen. "Trotzdem hatten wir noch ein paar Körner mehr als der Gegner", freute sich Kandler. Ein Lattentreffer von Karoline Heinze aus 20 Metern war ein erstes Achtungszeichen (51.), kurz darauf setzte Judith Bast den Ball im Nachschuss an eine Ecke aus zehn Metern nur knapp neben den Pfosten (54.). Wenig später war es dann soweit - nach einer Flanke von Henrike Schödel versenkte Anne-Kathrin Hübner das Leder per Kopf zum vielumjubelten 1:0 im Gehäuse (55.). Das Tor wirkte für die Potsdamerinnen wie eine Erlösung, die anschließend viel befreiter aufspielten. So erhöhte Henrike Schödel schließlich mit einem sehenswerten Treffer aus 20 Metern maßgenau unter die Querlatte gar zum 2:0 (62.), nachdem zuvor Karoline Heinze den Ball über rechts gut durchgesteckt hatte. "Ein verdienter Sieg, der Gegner hatte nach dem Seitenwechsel keine einzige Torchance", so Kandler.

Aufstellung gegen Rheinland: Schumann - Diener (66. Hollop), Ulbrich, Brosius, Wiegand - Bast, Demann, Schödel - Starke (36. Heinze), Klemme (66. Götz), Hübner

Erwartungsgemäß zufrieden mit dem Gesamtergebnis war Trainer Thomas Kandler nach der Siegerehrung: "Wir haben am Ende verdient gewonnen, vor allem, da wir uns fußballerisch und als Mannschaft hier sehr gut präsentiert haben. Wir haben teilweise sehr guten Fußball gespielt, vor allem das Spiel gegen die Bayern-Auswahl war überragend. Der Gewinn der Länderpokals ist gleichzeitig eine Bestätigung unserer Arbeit in Potsdam. Die Auswahl Brandenburgs hat den Länderpokal in dieser Altersklasse heute zum ersten Mal gewonnen, und das mit einem durchschnittlich sehr jungen Kader, das ist eine sehr schöne Sache. Zu unserer Mannschaft gehörten zahlreiche Spielerinnen, die gerade erst von den U17-Juniorinnen hochgekommen sind, mit Elisa Götz kam sogar eine U17-Spielerin zum Einsatz. Am Ende hat vielleicht die starke mannschaftliche Geschlossenheit den Ausschlag gegeben - die Mädels sind hier als ein Team aufgetreten, eine ist für die andere gelaufen, das war am Ende unsere große Stärke."

Die Abschlusstabelle des U20-Länderpokals 2010 (27. - 30. April 2010, Duisburg/Wedau)
Platz/Mannschaft/Torverhältnis/Punkte
1. Brandenburg - 8:2 - 8
2. Hamburg - 4:1 - 7
3. Rheinland - 9:3 - 6
4. Mittelrhein - 10:3 - 5
5. Südbaden - 10:5 - 5
6. DFB U 16-Auswahl - 6:2 - 5
7. Bayern - 7:5 - 5
8. Niederrhein - 7:2 - 4
9. Berlin - 7:3 - 4
10. Bremen - 3:3 - 4
10. Niedersachsen - 3:3 - 4
12. Hessen - 2:2 - 4
12. Westfalen - 2:2 - 4
14. Baden - 5:7 - 4
15. Saarland - 8:8 - 3
16. Schleswig-Holstein - 5:5 - 3
17. Württemberg - 3:5 - 3
18. Südwest - 2:6 - 3
19. Sachsen-Anhalt - 5:12 - 3
20. Sachsen - 3:8 - 2
21. Mecklenburg-Vorpommern - 1:10 - 2
22. Thüringen - 2:14 - 0

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