Mit einem - auch in der Höhe - verdienten 5:1 (3:0)-Sieg kehrte das Team des 1. FFC Turbine Potsdam am heutigen Nachmittag von der Nachholpartie des 15. Spieltages gegen den Hamburger SV zurück.
Die Ausfälle unserer Kreativabteilung konnten wir sehr gut kompensieren.Bernd Schröder, Trainer Turbine Potsdam
Dabei lagen Freud und Leid bei den Potsdamerinnen heute nah beisammen. Denn getrübt wurde die Freude über das klare Ergebnis und teilweise schön herausgespielte Tore durch die schwere Verletzung von Monique Kerschowski, die nur 15 Minuten nach ihrer Einwechslung nach einem Zweikampf mit Desirée Steineke verletzt zu Boden ging und mit Verdacht auf Kreuzbandriss im linken Knie nicht weiterspielen konnte. Ein MRT morgen früh soll die genaue Diagnose erbringen.
Zuvor hatten die "Turbinen" vor 563 Zuschauern - darunter zahlreichen lautstarken Turbine-Anhängern - vor allem in der ersten Halbzeit eine starke Demonstration ihres Könnens gezeigt. Obwohl mit Fatmire Bajramaj (gelb-rot gesperrt) und Nadine Keßler (verletzt) "unsere Kreativachse" (Bernd Schröder) fehlte, ließen die Potsdamerinnen auf dem Platz nichts vermissen. Druckvoll, konzentriert und engagiert spielten sie nach vorn und erarbeiteten sich schnell die Feldüberlegenheit, die sie zügig in Tore ummünzten. Über die starke Anfangsphase war auch Turbines Trainer Schröder erleichtert: "Endlich haben wir mal nicht die ersten 15 Minuten verschlafen." Vor allem Anja Mittag zog nach vorn die Fäden, setzte ihre Mitspielerinnen immer wieder mit starken Flankenläufen gut in Szene. Mustergültig bereitete die Nationalstürmerin das 1:0 durch Corina Schröder vor, welche bei einer Mittag-Hereingabe über rechts wenige Meter vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten musste (5.). Wenig später fiel nahezu identisch das 2:0, diesmal fand Mittags Flanke in Yuki Nagasato eine dankbare Abnehmerin (17.). Die Hanseatinnen versuchten mitzuspielen, blieben jedoch im Spiel nach vorn viel zu harmlos. Aferdita Kameraj, mit Imke Wübbenhorst als Sturmspitze aufgeboten, präsentierte sich - erstmals nach ihrem auskurierten Kreuzbandriss von Beginn an im Spiel - stark, war aber bei der aufmerksamen Potsdamer Defensive gut aufgehoben. Ebenso abgemeldet war auch die Nationalspielerin der Gäste, Kim Kulig. "Da ist unsere Zuordnung mit Jennifer Zietz gut aufgegangen, der HSV hing im Mittelfeld ziemlich in der Luft", freute sich Bernd Schröder.
So dominierten die Potsdamerinnen bis zum Pausenpfiff klar, kombinierten flüssig und agierten defensiv sicher. Torgefahr für das von Anna Felicitas gehütete Gehäuse gab es kaum, lediglich mit einigen wenigen Standards gelangte das Leder in Turbines Strafraum. Ganz anders bei den "Turbinen", die immer wieder für gefäh

Yuki Nagasato (r.), Torschützin zum 2:0, freut sich mit Anja Mittag, die den Treffer vorbereitet hatte.
Foto: Jan Kuppert
rliche Situationen rund um den gegnerischen Strafraum sorgten. Folgerichtig und verdient fiel so noch vor der Pause das 3:0. Corina Schröders Rückpass landete bei Jennifer Zietz, die den Ball mit gutem Auge quer auf Stefanie Draws legte - die 20-Jährige versenkte das Leder per Direktabnahme maßgenau unter die Querlatte.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich das Geschehen auf Turbine-Seite dann sehr viel durchwachsener. "Da haben einige von uns wohl bereits gedacht, das Spiel ist bereits entschieden. Wir haben uns damit defensiv selbst unter Druck gebracht und auch ein völlig unnötiges Gegentor kassiert", ärgerte sich Bernd Schröder anschließend. In der Tat fehlte es den Potsdamerinnen an Spritzigkeit, häuften sich Stockfehler und Unkonzentriertheiten. Zudem sorgte der Regen dafür, dass sich die Platzverhältnisse kontinuierlich verschlechterten. Schockmoment für Turbine war dann die 60. Spielminute, in der Monique Kerschowski verletzt zu Boden ging und sich - für jeden Anwesenden offensichtlich - eine schwere Verletzung zugezogen hatte. "Das hat natürlich auch zusätzliche Unruhe in unser Spiel gebracht, so etwas steckt auch die Mannschaft nicht sofort einfach weg", meinte Bernd Schröde
Dass wir gegen den HSV so klar gewinnen, war nicht zu erwarten.Bernd Schröder, Trainer Turbine Potsdam
r nach dem Spiel. "Für Monique ist das eine ganz tragische Situation. Sie war nach ihrem vor zweieinhalb Jahren erlittenen und mittlerweile gut auskurierten Kreuzbandriss grad in der Situation des Aufwinds. Sie hat ihre Aufgaben zuverlässig erfüllt, wir konnten uns immer auf sie verlassen, wenn sie gespielt hat. Ihr erneuter langwieriger Ausfall ist für uns sehr ärgerlich".
Die Hamburgerinnen witterten entsprechend des Spielverlaufes ihre Chance und setzten immer wieder nach, ein platzierter Schuss aus 18 Metern von Janina Haye, den Sarholz mit den Fingerspitzen noch über die Querlatte lenken konnte, war ein starkes Achtungszeichen der Gastgeberinnen. Zunächst erhöhte zwar Jennifer Zietz nach einer Ecke aus dem Strafraumgewimmel heraus zum 4:0 (62.), doch nach einer cleveren Kombination traf Nicole Zweigler zum 4:1-Ehrentreffer für die Platzherrinnen (74.) - zuvor hatte Kim Kulig den Ball gut durchgesteckt, Zweigler versenkte das Leder zentral aus 12 Metern an Sarholz vorbei im Kasten. Die Gäste aus Potsdam strafften sich nun noch einmal. Anja Mittag vergab die Riesenchance zum 5:1 zunächst (78.), doch wenig später ließ Carolin Schiewe den Ball über die Torlinie kullern, als sie einem Pass in die Spitze gut nachging, Weech nicht zwingend genug klärt und Schiewe dem Ball den nötigen Schwung gab, um ihn im Tor unterzubringen (82.). Eine schöne Kombination von Stefanie Draws über Carolin Schiewe, deren Flanke die eingelaufene Mittag im Strafraum nur knapp verpasste, da zuvor Haye in höchster Not klärte, war der letzte Aufreger des Spiels. Stark übrigens die kämpferische Leistung der Hanseatinnen, die bis zum Abpfiff nicht aufsteckten und immer wieder versuchten, den Spielfluss der Gäste zu unterbringen und selbst zum Spielaufbau zu kommen.
"Wir haben das Spiel klar beherrscht und daher auch verdient gewonnen. Dass das Ergebnis so klar ausfällt, damit habe ich nicht gerechnet, vor allem nicht gegen den HSV, gegen den wir uns oft genug schon sehr schwer getan haben. Mit der Leistung meiner Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Es ist beruhigend zu sehen, dass wir uns auch auf die Spielerinnen verlassen können, die heute unsere Kreativachse ersetzt haben. Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht und die Chance genutzt, wir konnten das Fehlen von Fatmire Bajramaj und Nadine Keßler gut kompensieren", so Schröders Fazit nach den 90 Minuten in Hamburg.