Die Augen von Jennifer Zietz funkeln. Die Spielführerin von Turbine Potsdam spricht über das erste Heimspiel des Jahres 2010. „Wir alle brennen auf das Spiel und sind froh, dass es wieder losgeht“, sagt die Nationalspielerin, die beim Algarve-Cup ihr erstes Tor für Deutschland schoss.
Wir alle brennen auf das Spiel und sind froh, dass es wieder losgeht.Jennifer Zietz, Kapitänin Turbine Potsdam
„Wir müssen schnell ins Spiel kommen und versuchen, keine Chancen für den Gegner zuzulassen.“ Für das heutige Champions League-Spiel gegen Røa IL Oslo sieht sie in der Offensive keine Probleme. „Wir erarbeiten uns immer Möglichkeiten. Die müssen wir nutzen.“ Ein Wunschergebnis ließ sich die 26-Jährige am Dienstag während der Pressekonferenz aber nicht entlocken.
Auch ihr Trainer Bernd Schröder wollte sich nicht auf ein Endresultat festlegen. „Wir wissen, wie stark Oslo ist. Wer Everton und Perm aus dem Wettbewerb wirft, kann Fußball spielen. Es wird ein Duell auf Augenhöhe. Der Sieger wird ganz weit kommen“, spielte Schröder auf das Endspiel am 20. Mai 2010 in Madrid an. „Wir haben durch das Heimrecht einen kleinen Vorteil. Doch Favorit sind wir nicht.“ Zudem kennt er die Einsatzbereitschaft und den Kampfgeist der Norwegerinnen nur allzu gut. „Allen voran ihr Trainer Geir Nordby“, sagt Schröder. „Er lebt die Einstellung vor.“
Der Norweger freut sich auf die Potsdamerinnen. „Für uns geht ein Traum in Erfüllung“, so Nordby vom vierfachen Titelträger und vierfachen Pokalsieger. „Wir spielen gegen Turbine Potsdam. Wir erwarten ein schwieriges Spiel.“ Er hofft, dass seine Damen „im Schlüsselspiel gut spielen. Dann können wir auch gewinnen.“ Das will auch Siri Nordby, die Schwester des Trainers. „Turbine hat gute Kickerinnen“, sagt die 31-jährige Spielführerin. „Zum Glück hat das Wett
Wir müssen schnell ins Spiel kommen und versuchen, keine Chancen für den Gegner zuzulassen.Jennifer Zietz, Kapitänin Turbine Potsdam
er mitgespielt und die Potsdamer Duelle fielen aus.“
Seit 14 Jahren arbeiten Geir und Siri Nordby in Oslo zusammen. „Ich trainierte meine Schwester in einem kleinen Dorf beim Øvrevohl BK. Sie wurde gesichtet und ging nach Oslo“, schaut der zehn Jahre ältere Bruder auf die Anfänge zurück. „Zwei Jahre später holte sie mich nach.“ Der ehemalige Wintersportler hat kein Problem, dass seine Schwester die Kapitänsbinde trägt. „Ich bin der Chef. Doch manchmal höre ich auf sie.“
Jennifer Zietz hat vor so einem wichtigen Spiel keine Rituale. Nach einem Spaziergang am Vormittag wird sie sich mit einigen Spielerinnen treffen. „Ich wohne nicht weit von Stadion“, sagt Zietz. „Vielleicht gehe ich zu Anja Mittag, Corina Schröder und Lira Bajramaj und verbringe den Nachmittag mit ihnen.“ Zwei Stunden vor dem Anpfiff trifft sich die Mannschaft im Stadion. „Dann quatschen wir. Meist über Frauenthemen. Und natürlich über Fußball.“