Turbine Potsdam II bestimmt in der 2. Liga das Niveau
Thomas Kandler, Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam II.
Foto: Jan Kuppert
Die zweite Frauen- Mannschaft von Turbine Potsdam steht auf dem zweiten Platz der 2. Liga – und damit besser als erwartet. Mit Trainer Thomas Kandler sprach für die MAZ Dieter Wolff.
MAZ: Ihre Mannschaft ist optimal aus der Winterpause gekommen und gewann gegen Wattenscheid mit 6:1. Geht der Sieg in Ordnung?
Thomas Kandler: Wir haben bei Schneematsch schleppend begonnen, da fehlte die Genauigkeit. In der zweiten Hälfte lief es gegen einen nur nach hinten orientierten Gegner besser. Wir hatten viel Ballbesitz und spielten guten Fußball, vor allem in der Vorwärtsbewegung.
Vor dem Saisonstart wollten Sie mit Ihren Damen einen Platz zwischen eins und sechs belegen. Momentan liegt die Mannschaft auf Rang zwei. Sie müssten eigentlich zufrieden sein.
Kandler: Ja, durchaus. Wir nahmen sofort Fahrt auf, holten Siege in Gütersloh und gegen Wattenscheid. Es folgten die Niederlage in Herford und Partien gegen Hamburg, Oldesloe und Hohen Neuendorf, bei denen es nicht so rund lief. Dann steigerten wir uns und gewannen fünf Partien in Folge. Leistungsschwankungen bei jungen Spielerinnen sind normal. Wir wollen nun unter den ersten drei Teams landen.
In den Vorjahren reichte es häufig nur für die Ränge fünf bis sieben. Ist das Niveau in der 2. Bundesliga gesunken?
Kandler: Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Das Leistungsgefälle ist aber größer geworden. Gute Spielerinnen haben die zweite Liga verlassen und spielen in der Bundesliga. Nur noch zwei bis drei Mannschaften bestimmen das Niveau mit. Für die anderen Teams zählt nur der Kampf gegen den Abstieg. Sie sind stark defensiv orientiert.
Haben Sie deshalb das System von 4-4-2 auf 4-3-3 umgestellt?
Kandler: Ja. Wir wollen mit drei Spitzen und nach vorn agierenden Außenverteidigern noch effektiver sein.
Ulrike Fechner ist berufsbedingt ab der Rückrunde nicht mehr dabei. Wer könnte die Lücke schließen?
Kandler: Wir standen zu Beginn der Saison vor dem Umbruch. Der ist gelungen. Kristin Demann, Sandra Wiegand, Judith Bast, Jennifer Cramer, Maria Mack, Karoline Heinze, Jalila Dalaf, Sandra Starke, Friederike Mehring, Lena Hohlfeld sowie Josefin Hollop haben sich schnell ins Team integriert. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 18 Jahren sind wir noch mehr in der Breite aufgestellt. Die noch 16-jährige Kristin Demann klopft bereits an die Tür der Ersten.
In einer so jungen Mannschaft muss es aber auch erfahrene Spielerinnen geben. Oder?
Kandler: Die gesunde Mischung ist wichtig. Carolin Schiewe (21) und Josephine Schlanke (21) sowie die Leistungsträgerinnen Anna-Maria Ulbrich (19), Marie Klemme (19) und Kapitän Henrike Schödel (19) müssen die Mannschaft führen.
Wegen des Algarve-Cups hat die Mannschaft zwei Wochen Punktspielpause. Dann folgt die Partie gegen den Tabellenersten. Wie stehen die Chancen, am 7. März gegen Herford zu gewinnen?
Kandler: Das Hinspiel haben wir verdient mit 1:3 verloren. Im Rückspiel soll das allerdings ganz anders aussehen. Wir können uns beweisen und wollen gegen den diesjährigen Aufstiegsfavoriten Nummer eins dominieren.