Vor dem letzten Hinrundenspiel nahm sich Turbines Goalgetterin Anja Mittag die Zeit, uns einige Fragen zum bisherigen Saisonverlauf zu beantworten.
Wenn es außerhalb miteinander gut klappt, dann tut es das natürlich auch auf dem Feld.Anja Mittag
Anja, die Partie gegen den VfL Wolfsburg ist bereits das letzte Spiel der Bundesliga-Hinrunde. Wie schätzt Du den bisherigen Saisonverlauf der „Turbinen“ ein?
Ich denke, wir können ganz zufrieden sein. Wir haben uns in nicht so schlecht angestellt, wenngleich wir bei den Unentschieden gegen Bayern und Duisburg auch einige Punkte liegengelassen haben, was nicht hätte sein müssen. Trotzdem sind wir in der Liga gut dabei, sind Tabellenführer. Darauf kann man schon ein wenig stolz sein, wenngleich wir trotzdem den Ball flach halten und auf dem Boden bleiben. Das ist jetzt nur eine Momentaufnahme, abgerechnet wird erst ganz zum Schluss.
Mit bislang 41 Treffern in zehn Spielen, im Schnitt also mehr als vier Toren pro Spiel, zeigt sich der Turbine-Sturm in dieser Saison äußerst zielsicher. Du selbst hast bislang zwölf Mal getroffen. Was denkst du, woran liegt es, dass es so gut läuft?
Das liegt sicher zum großen Teil an unseren Zugängen, die vor allem unserem Offensivspiel sehr gut tun. Alle Spielerinnen, die zur Saison 2009/10 zu uns nach Potsdam gekommen sind, sind absolute Verstärkungen. Sie haben sich gut in die Mannschaft reingefunden und integriert. Wie gesagt, stärken die Neuen unser Offensivspiel stark. Ich profitiere zum Beispiel sehr von Liras Zuspielen. Wir harmonieren auf dem Platz in einem Maße, das ich bislang nur selten erlebt habe.
Du hast es angesprochen, die Neuzugänge, die inzwischen so neu ja nicht mehr sind, wurden unglaublich schnell in die Mannschaft integriert. Die Mannschaft verbringt täglich nicht nur viel Zeit auf dem Platz beim Training miteinander, sondern unternimmt auch abseits davon gemeinsam viel miteinander. Ist das vielleicht auch das Geheimnis des beispiellosen Teamgeistes in Potsdam?
Na klar, das ist ohne Frage förderlich für das Zusammenspiel auf dem Platz. Wenn es außerhalb miteinander gut klappt, dann tut es das natürlich auch auf dem Feld.
Besteht da nicht die Gefahr, dass man sich irgendwann gegenseitig auf den Keks geht, zumal viele Spielerinnen ja auch noch direkte Nachbarinnen in ihrem Kiez sind?
Nein, absolut nicht. Wir haben unglaublich viel Spaß miteinander. Und ehrlich gesagt kenne ich es auch gar nicht anders, als wie es hier in Potsdam läuft. Ich möchte dieses enge Miteinander auch auf keinen Fall missen.
Heute steht die Partie gegen den Tabellensechsten Wolfsburg an. Was für ein Spiel erwartest du?
Wolfsburg ist immer ein schwerer Gegner, vor allem, weil die Mannschaft einfach unberechenbar ist. Ich habe noch ziemlich gute Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen mit den Wolfsburgerinnen (lacht), mit dem 3:0-Sieg haben wir uns im Juni die Meisterschaft geholt. Wolfsburg ist auf jeden Fall personell sehr gut aufgestellt, hat mit Martina Müller eine Topstürmerin, darüber brauchen wir gar nicht reden. Trotzdem scheint mir, dass die Mannschaft nach ihrer Konstanz sucht, deshalb sind sie wie schon gesagt nur schwer ausrechenbar. Wir unterschätzen diese Mannschaft auf keinen Fall und nehmen dieses Spiel sehr ernst, gehen mit viel Respekt in die Begegnung.
Anja, wir danken Dir für das Gespräch!