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News | 28.09.2009 | 21:31 Uhr | 1. Mannschaft

Neuzugang von Turbine Potsdam trifft beim 5:0 gegen Freiburg zwei Mal

Bajramaj erobert Fanherzen

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Neuzugang von Turbine Potsdam trifft beim 5:0 gegen Freiburg zwei Mal
Das 2:0 gegen Freiburg war eine Co-Produktion der beiden Neuzugänge Fatmire Bajramaj und Corina Schröder.
Foto: Jan Kuppert
Fast zwei Jahre lang war die Rückennummer 10 beim Frauenfußball-Bundesligisten 1. FFC Turbine vakant – die letzte Trägerin hieß Anna Bornhoff. Die Fußballerin aus Crailsheim hatte sich im Sommer 2007 den Potsdamerinnen angeschlossen und übernahm das Trikot von Essi Sainio, die nach langer Verletzungspause lieber mit der 6 (und später 19) auflief.

Bornhoff, die zum Organisationsstab der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin gehörte, kam bei Turbine jedoch nur zu drei Kurzeinsätzen und löste ihren Vertrag Ende 2007 auf. Danach wurde die Nummer von Trainer Bernd Schröder nicht mehr vergeben.

Doch nun, so scheint es, hat Potsdams Coach die richtige Spielmacherin gefunden: Fatmire Bajramaj. Die attraktive Sportlerin, die im Kosovo geboren wurde, in Deutschland aufwuchs und im Frühsommer vom Uefa-Cup- und DFB-Pokalsieger FCR Duisburg an die Havel wechselte, gilt hierzulande als eine der besten Fußballerinnen. Am Sonntag, beim glänzenden 5:0 (2:0)-Erfolg des deutschen Meisters aus Potsdam gegen den Vorjahres-Siebten SC Freiburg, zeigte sie, warum: Die 21-Jährige knüpfte vor 1297 begeistert applaudierenden Zuschauern hinter den Angreiferinnen gekonnt die Spielfäden, setzte ihre Mitspielerinnen immer wieder stark in Szene und erzielte in der 27. und 38. Minute zwei blitzsaubere Tore zur 2:0-Führung. Das erste mit feinem Heber über Freiburgs Torhüterin Marisa Brunner, die zu weit vor der Linie stand.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bereitete Bajramaj das 3:0 durch Anja Mittag (46.) mustergültig vor. Nach dem 4:0, das Neuzugang Nadine Keßler mit schönem Flachschuss erzielte (61.), hatte Bajramaj eine dicke Aktie an Keßlers Treffer zum 5:0-Endstand (80.). Eine Flanke von Mittag zimmerte sie per Seitfallzieher so scharf aufs Tor, dass Brunner den Ball nur abprallen lassen konnte.

„Wir haben den Fußball gespielt, den ich mir vorstelle. Die neuen Spielerinnen haben sich prima in unser System eingefügt“, freute sich Trainer Schröder über „eine hervorragende Mannschaftsleistung“. Zum Heimdebüt von Bajramaj sagte er: „Sie ist hinter den Spitzen mehr wert als auf der linken Seite in der Nationalmannschaft.“ Ein kleiner Seitenhieb des 67-Jährigen Richtung Bundestrainerin Silvia Neid, die „Deutschlands schönstes Fußball-Model“ bei der Europameisterschaft in Finnland oft auf der Auswechselbank schmoren ließ.

Freiburgs Trainer Günter Rommel bescheinigte Turbine „eine überragende Leistung“. Seine Mannschaft hingegen habe „planlos, kopflos, ängstlich und passiv“ agiert. So könne man gegen den deutschen Meister keinen Blumentopf gewinnen. Einzig der sensationellen Paraden von Marisa Brunner, Auswahl-Torhüterin der Schweiz, hatten es die Gäste zu verdanken, dass der Potsdamer Sieg nicht sogar zweistellig ausfiel. Chancen boten sich den „Torbienen“ zuhauf, vor allem Isabel Kerschowski (39., 52.), die später wegen einer Verletzung des rechten Knies passen musste, Mittag (9., 88., 90.+2), Keßler (72./Lattentreffer) und auch Bajramaj.

Die Frau mit der schwarzen, lockigen Haarpracht kam in der 58. Minute nach schönem Solo nicht an Brunner vorbei. Entsprechend selbstkritisch bewertete Potsdams neue Nummer 10 die Partie. „Es lief schon deutlich besser als beim Auftakt gegen Saarbrücken. Doch wir müssen einfach noch mehr zeigen. Das waren heute höchstens 60 bis 70 Prozent von dem, was wir drauf haben.“ Die Bundesliga kann sich auf einiges gefasst machen.

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