Der Countdown läuft: Von Frankfurt aus reisten Trainer Ralf Peter und seine 18 Schützlinge am Donnerstag nach Genf, denn im Colovray-Stadion neben dem UEFA-Hauptsitz im Schweizer Nyon bestreitet die DFB-Elf am Montag, 22. Juni, 18.30 Uhr, ihr Halbfinalspiel gegen Frankreich bei der erst zum zweiten Mal ausgetragenen U17-Europameisterschaft.
Auf den Titelverteidiger dürfte in der Neuauflage des Vorjahresfinales, das an selber Stelle überzeugend mit 3:0 gewonnen wurde, ein hartes Stück Arbeit warten.
Peter muss beim Turnier auf Bayern Münchens Stürmerin Ivana Rudelic verzichten, die wegen eines Kreuzbandrisses das Turnier nicht bestreiten kann. Im Verlauf der beiden souveränen Qualifikationsrunden mit sechs Siegen und einem gigantischen Torverhältnis von 46:0 hatte Rudelic alleine sieben Mal ins Schwarze getroffen. Gegen Serbien (11:0), Bulgarien (11:0) und Finnland (8:0) feierte die deutsche Elf Schützenfeste, auch die Gegner Russland (4:0), Ungarn (6:0) und Schweiz (6:0) hatten in der zweiten Qualifikationsrunde dem deutschen Angriffswirbel nichts entgegen zu setzen.
Peter, der das Team seit drei Jahren betreut, gehen trotz des Fehlens von Rudelic die Optionen nicht aus, denn im Sturm stehen ihm in Nicole Rolser vom VfL Sindelfingen, Kyra Malinowski, die zur neuen Saison von Zweitligist SG Wattenscheid 09 in die Bundesliga zur SG Essen-Schönebeck wechselt, oder auch Annike Eberhardt von Bundesliga-Absteiger TSV Crailsheim weitere durchschlagskräftige Angreiferinnen zur Verfügung.
Das Tor hütet Anna Felicitas Sarholz, die nach dem Gewinn zweier Titel mit dem 1. FFC Turbine Potsdam auf einer Welle der Euphorie reitet. In der Abwehr kann Peter auf erfahrene Kräfte wie Leonie Maier, Carolin Simon oder Laura Vetterlein zurückgreifen, im Mittelfeld sollen die WM-erprobte Lynn Mester, Claudia Götte und Ramona Petzelberger (beide SG Wattenscheid 09) und Katrin Hartmannsegger von Bayern München für die nötigen Impulse sorgen.
Das Selbstvertrauen der Auswahl ist durch die souveränen Qualifikationsspiele angewachsen, einige Spielerinnen, die in ihren Vereinen nur zu wenig Einsatzzeiten kamen, wurden zudem mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet, um sie auf die Anforderungen des Turniers vorzubereiten. Das stark besetzte Teilnehmerfeld des Vorjahres hat gezeigt, dass es keinen Gegner zu unterschätzen gilt, und so gilt es das Unternehmen Titelverteidigung generalstabsmäßig vorzubereiten.
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