Die vor etwas mehr als zwei Wochen beendete Frauenfußball-Bundesliga Saison 2011/12 verabschiedete sich mit gleich mehreren Rekorden in die wohlverdiente Sommerpause. Nicht nur gelang es dem 1. FFC Turbine Potsdam erstmals in der Geschichte der eingleisigen Liga, den Meistertitel historische vier Mal in Folge zu gewinnen. Auch der seit vier Jahren währende Zuschauerrekord wurde in diesem Jahr gebrochen.
Eine umfangreiche Statistik auch im Bereich der Zuschauerzahlen erfasst die Internet-Frauenfußballfibel framba.de. Folglich weiß Framba zu berichten, dass die alte Rekordmarke aus der Saison 2007/08 stammt [1]. Laut DFB wurden in der Saison nach dem ersten Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft durchschnittlich 880 Zuschauer pro Bundesliga-Begegnung gezählt. Insgesamt strömten in der damaligen Saison 116.222 Besucher zu den Spielen der Frauenfußball-Bundesliga. Vier Jahre später nun konnte die Liga einen neuen Zuschauerrekord aufstellen. Insgesamt besuchten 148.025 Frauenfußballfans die 132 ausgetragenen Liga-Begegnungen. Erstmals in der Geschichte der Frauenfußball-Bundesliga konnte mit durchschnittlich 1121 Zuschauern pro Spiel eine vierstellige Besucherzahl erzielt werden. Fast 40.000 Zuschauer mehr als in der vorangegangenen Saison 2010/11 (109.819) erlebten die Liga live im Stadion. In Prozenten ausgedrückt bedeutet das einen Zuwachs von mehr als 34% Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die „Turbinen“ konnten sich nach dem erfolgreichen letzten Spieltag in dieser Saison nicht nur über den erneuten Meistertitel-Gewinn freuen. Zum ersten Mal seit sechs Jahren setzte sich die Mannschaft von Trainer Bernd Schröder auch ligaweit in der Gunst der Zuschauer wieder an die Spitze. Denn mit durchschnittlich 2533 Besuchern bei den Heimspielen erzielte der Deutsche Meister der vergangenen Jahre in der Saison 2011/12 vor dem 1. FFC Frankfurt (2446) und dem VfL Wolfsburg (1791) den besten Zuschauerschnitt der gesamten Liga und kommt überdies auf mehr als doppelt so gut besuchte Heimspiele wie der gesamte Ligaschnitt (1121). „Das ist kein WM-Effekt, sondern der Turbine-Effekt. Die Leute wollten unsere Mannschaft, unsere Spielerinnen sehen“, erklärt Turbine-Trainer Bernd Schröder den überdurchschnittlichen Zuschauerzuspruch im „Karli“. „Die Leute kommen zu uns ins Stadion, weil sie wissen, dass sie hier ehrlichen und attraktiven Fußball in einer tollen Atmosphäre geboten bekommen. Hinzu kommt, dass unsere Fankultur im „Karli“ einmalig in Deutschland ist. Wer einmal da war, kommt wieder. Unsere Zuschauerzahlen wachsen behutsam, aber kontinuierlich. Das muss unser Weg sein, die Leute von unserem Sport mit attraktiven Spielen zu überzeugen und langfristig etwas aufbauen. Wir hoffen natürlich auch für die neue Saison wieder auf die tolle Unterstützung unseres

treuen Publikums im „Karli““.
Auch der Ligarekord für ein Einzelspiel wurde im Verlauf der Saison 2011/12 geknackt. So verfolgten das Spitzenspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Champions League Finalist 1. FFC Frankfurt am 21. Spieltag 8689 Zuschauer live im VfL-Stadion am Elsterweg. Der alte Rekord hatte zuvor fast neun Jahre Bestand gehabt und stammte aus der Saison 2002/2003. Am 15. Juni 2003 hatten damals 7900 Zuschauer im Potsdamer „Karl-Liebknecht-Stadion“ das Saisonfinale verfolgt. Mit einem torlosen, dramatischen Remis sicherten die Frankfurterinnen sich in dieser Saison erst am letzten Spieltag vor den Potsdamerinnen den Meistertitel.
Heike Ullrich, DFB-Abteilungsleiterin Frauenfußball, freut sich über die „positive und realistische Entwicklung“ der Zuschauerzahlen, „auf die wir weiter aufbauen wollen.“ Zugleich ist sich der DFB bewusst, dass „wir beim Zuschauerzuspruch Optimierungspotenzial haben. Daran arbeiten wir, gemeinsam mit den Vereinen. Der Schlüssel für Erfolg scheint eine gesunde Kombination aus dem Aufbau einer festen Fanbasis sowie ein attraktives "Eventangebot" bei Spitzenspielen, um neue Zuschauer zu gewinnen, zu sein“, so Ullrich.